Am Regensburger Hörtag (04.07.2026) am Universitätsklinikum Regensburg konnten wir ein vielseitiges und fachlich anspruchsvolles Programm erleben. Unter dem Motto „Hörmedizin von der Frühdiagnostik bis zur Zukunftstherapie“ wurde die gesamte Breite der modernen Audiologie in Vorträgen und Diskussionen abgebildet.
Besonders hervorzuheben war die Verbindung von etablierten diagnostischen Konzepten mit neuen Forschungsansätzen. Themen wie cCMV und seine Bedeutung für frühkindliche Hörbehinderungen, optogenetische Ansätze zur zukünftigen Hörrehabilitation sowie die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen KI-gestützter Funktionen in Hörsystemen zeigten die hohe Dynamik des Fachgebiets.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass mit zunehmender technischer Differenzierung auch die kritische Einordnung diagnostischer Verfahren an Bedeutung gewinnt. In der Abschiedsrede von Prof. Dr. biol. hom. Dipl.-Ing. Thomas Steffens wurde dies unter anderem am Beispiel standardisierter Hör- und Sprachtests verdeutlicht. Er regte dabei erneut an, die Aussagekraft der klassischen Sprachbanane im Kontext komplexer Sprachverarbeitung kritisch zu hinterfragen und bestehende Modelle differenzierter zu betrachten.
Die Veranstaltung verdeutlichte insgesamt, wie stark sich Audiologie heute im Spannungsfeld zwischen Modell, Messbarkeit und realer Sprachverarbeitung bewegt. Der Austausch im Fachkollegium sowie mit Vertretenden aus der Industrie ergänzte diese Eindrücke durch praxisnahe Perspektiven.
Insgesamt war der Regensburger Hörtag eine sehr gelungene Fortbildungsveranstaltung mit vielen fachlichen Impulsen, anregenden Diskussionen und wertvollen Begegnungen, die neue Perspektiven für die eigene Arbeit eröffnet haben.
