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Aktualisiert: vor 38 Minuten 49 Sekunden

"Mein Bruder ist tot, weil er kein Deutscher war"

17. Februar 2024 - 4:45
"Mein Bruder ist tot, weil er kein Deutscher war" GEPCORE_EVDE_SYNC Sa., 17.02.2024 - 04:45 Rawan Darwish / Amal Im Video spricht Çetin Gültekin, Bruder des Opfers Gökhan Gültekin, über den Tod seiner Bruders bei dem Anschlag in Hanau. Der Anschlag von Hanau hat vor vier Jahren ganz Deutschland erschüttert - vor allem Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Der Attentäter hatte am 19. Februar 2020 neun unschuldige Menschen umgebracht. Çetin Gültekin, der Bruder des Opfers Gökhan Gültekin, berichtet den Journalist:innen von Amal über die Zeit danach und was wir gegen Rassismus tun können.

Çetin Gültekin hat kürzlich ein Buch mit dem Titel "Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland" veröffentlicht. Das Buch erzählt die Geschichte seines Bruders, also Gökhan Gültekin-Biografie und konzentriert sich besonders auf den Angriff in Hanau. Über die schwierige Zeit nach dem Attentat erzählt Gültekin im Interview mit Journalist:innen der Nachrichtenplattform Amal

Amal ist eine Internetplattform mit lokalen Nachrichten auf Arabisch, Ukrainisch und Farsi/Dari. Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik gGmbH (GEP) ist das zentrale Medienunternehmen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ihrer Gliedkirchen, Werke und Einrichtungen. Neben den Digitalangeboten (evangelisch.de, religionen-entdecken.deein-jahr-freiwillig.degemeindebrief.deyeet und Amal) trägt es die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd) sowie die Redaktion des evangelischen Magazins chrismon und organisiert die Rundfunkarbeit der EKD

evangelisch.de dankt Amal für die inhaltliche Kooperation.

Mehr zu Rassismus Video zu Jahrestag von Hanau "Mein Bruder ist tot, weil er kein Deutscher war"Der Attentäter von Hanau ermordete am 19. Februar 2020 neun unschuldige Menschen. Çetin Gültekin, der Bruder des Opfers Gökhan Gültekin, berichtet den Journalist:innen von Amal über die Zeit danach und was wir gegen Rassismus tun können. Gedenken an Anschlagsopfer Demonstration und Kranzniederlegung in HanauAm 19. Februar 2020 brachte ein Attentäter neun unschuldige Menschen in Hanau um. Der Angriff jährt sich am Montag zum vierten Mal. Für diesen Samstag rufen Hinterbliebene und Aktivist:innen zu einer bundesweiten Gedenkdemonstration auf. Amal Attentat Ausländerfeindlichkeit Islamfeindlichkeit Rassismus

Sachsen-Anhalt diskutiert über "Reerdigung"

17. Februar 2024 - 4:45
Sachsen-Anhalt diskutiert über "Reerdigung" GEPCORE_EVDE_SYNC Sa., 17.02.2024 - 04:45 epd-bild/Nadine Heggen Kokon des Unternehmens "Meine Erde", in dem Leichen "reerdigt" werden können. Der Leichnam als Humus? Ein Berliner Unternehmen bietet eine neue Bestattungsform an: Bei der "Reerdigung" zerfällt der Leichnam in einem Kokon zu Erde und wird dann beigesetzt. Die Stadt Aschersleben in Sachsen-Anhalt findet die Idee gut - stößt aber auf Bedenken.

In Aschersleben in Sachsen-Anhalt ist eigentlich alles vorbereitet: Ein Teil des städtischen Friedhofs ist bereits reserviert für eine neuartige Form der Bestattung, und die Friedhofssatzung hat der Stadtrat auch schon entsprechend geändert. Allein: Was Oberbürgermeister Steffen Amme (Wählerinitiative Widab) und die Ratsvertreter planen, ist in Sachsen-Anhalt noch gar nicht erlaubt: die sogenannte "Reerdigung", eine Art Kompostierung des Leichnams. Sie soll eine Alternative zur bisherigen Erd- oder Feuerbestattung bilden.

Die Idee: Ein Leichnam wird in einen Kokon eingeschlossen. Nur auf Heu und Stroh gebettet, soll er innerhalb von 40 Tagen weitgehend verwesen. Die hohe Temperatur in dem Behälter und die eigenen Mikroorganismen des toten Körpers sollen dafür sorgen, dass die Leiche in dieser kurzen Zeit zu Erde zerfällt. Wie bei der Feuerbestattung sollen dabei nur Knochen übrigbleiben, die zermahlen und wieder beigemischt werden. Dann kann der zu Humus zerfallene Leichnam ohne Sarg beerdigt werden.

Entwickelt hat die Methode das Berliner Startup-Unternehmen "Meine Erde". Für Gründer und Geschäftsführer Pablo Metz sprechen vor allem zwei Gründe für diese neuartige Bestattungsform: So sei die Feuerbestattung wenig nachhaltig, vor allem wegen des hohen Erdgasverbrauchs bei der Einäscherung. Zudem hätten immer mehr Menschen den Wunsch, dass ihre äußere Hülle im Kreislauf der Natur erhalten bleiben könne.

Obwohl ein Gutachten der Universität Leipzig - allerdings nur auf Basis der Untersuchung von zwei "reerdigten" Verstorbenen - die Unbedenklichkeit der Methode bestätigt hat, stößt die neue Bestattungsform noch auf breite Skepsis. Lediglich Schleswig-Holstein ist Ende Januar vorgeprescht: Der Kieler Landtag hat eine Experimentierklausel ins Bestattungsrecht aufgenommen und die Methode landesweit befristet zugelassen.

Davon ist man in Sachsen-Anhalt noch weit entfernt. Bereits seit einem Jahr debattiert das Land über eine Reform des Bestattungsgesetzes. Im Gesetzentwurf der zuständigen Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) ist die "Reerdigung" nicht enthalten, allerdings wurde bei einer Anhörung des Landtags-Sozialausschusses im September 2023 die neue Methode breit diskutiert. Der Koalitionspartner CDU ist indes zurückhaltend, sieht noch Beratungsbedarf.

Auch der Ascherslebener Oberbürgermeister Amme war bei der Anhörung mit dabei, um für die "Reerdigung" zu werben. Neben dem Gedanken der Nachhaltigkeit wolle man auch auf veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse reagieren, sagte Amme dem Evangelischen Pressedienst. Deshalb plant die Stadt am Fuße des Harzes ein "Reerdigungs-Zentrum", auch um die Thematik der Nachhaltigkeit aufzugreifen, wie Amme betont. Der Plan kam durch den dortigen Friedhofsverwalter André Könnecke zustande, der zugleich Geschäftsführer des Verbands der Friedhofsverwalter Deutschlands ist. Beide wünschen sich eine Experimentierklausel wie im hohen Norden auch für Sachsen-Anhalt.

Die Kirchen im Land äußern sich allerdings zurückhaltend. Die zuständige Referatsleiterin im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Sabine Schulze, sieht zwar keine grundsätzlichen theologischen Bedenken. "Wir beobachten das ganz interessiert und sind überhaupt nicht ablehnend", sagt Schulze. Die EKM sehe es aber nicht als ihren Auftrag an, diese neue Bestattungsform aktiv zu befördern. Schulze sieht vor allem rechtliche Aspekte ungeklärt: Ist der Humus wie ein Leichnam oder wie Asche zu betrachten? Das habe Auswirkungen beispielsweise auf die Nutzungsrechte oder die Bestattungstiefe.

Einwände anderer Art äußert der Leiter des Katholischen Büros in Sachsen-Anhalt, Stephan Rether. So werde mit der "Reerdigung" der Eindruck erweckt, es gehe bei der Bestattung nur um einen Naturkreislauf menschlichen Lebens. "Wir sagen, die Ruhe des verstorbenen Menschen auf dem Friedhof ist getragen von der Hoffnung der Auferstehung", betont Rether. Für eine Zulassung der "Reerdigung" sind also noch viele Fragen offen.

Mehr zu Beerdigung Der Leichnam als Humus? Sachsen-Anhalt diskutiert über "Reerdigung"Die Stadt Aschersleben in Sachsen-Anhalt will über die neue Bestattungsform "Reerdigung" eines Berliner Unternehmens diskutieren - stößt aber auf Bedenken. Neue Bestattungsformen Aus der Asche wächst ein BaumBei der Bestattungsform "Tree of life" wird die Asche von Verstorbenen wird mit Substrat vermischt, daraus wächst ein Baum. In Deutschland ist das bisher nur auf Umwegen möglich. Beerdigung Bestattungen Kirchengemeinden

Arbeitsminister Heil: Renten steigen stärker als Inflation

17. Februar 2024 - 1:00
Arbeitsminister Heil: Renten steigen stärker als Inflation evde_m_admin Sa., 17.02.2024 - 01:00

Essen, Berlin (epd). Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geht für das laufende Jahr von deutlichen Rentensteigerungen aus. Erste Schätzungen machten zuversichtlich, „dass zum 1. Juli die Renten wieder stärker steigen als die Inflation“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Die Rentenerhöhung im vergangenen Jahr sei nicht gering gewesen, sei jedoch unter der Inflationsrate geblieben. „Jetzt sinkt die Inflation zum Glück deutlich und es gab ordentliche Lohnabschlüsse“, erläuterte Heil.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) und er seien mit der Reform „sehr weit“ und würden das neue Rentenpaket in wenigen Wochen vorlegen, sagte Heil weiter. Es gehe darum, das Rentenniveau dauerhaft zu sichern. „Wenn wir das nicht machen, würden die Renten in den nächsten Jahren deutlich sinken“, erklärte der Arbeitsminister. „Das werden wir verhindern.“ Auch werde es „mit uns keine weitere Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben“. Eine Rente mit 69 oder 70 wäre für viele hart arbeitende Menschen, etwa in der Pflege oder Logistik, ebenfalls eine Rentenkürzung.

Im vergangenen Jahr war die Rente im Osten um 5,86 Prozent und im Westen um 4,39 Prozent gestiegen. Die Verbraucherpreise in Deutschland hatten sich im Jahresdurchschnitt 2023 um 5,9 Prozent gegenüber 2022 erhöht. Im Januar 2024 lag die Inflationsrate bei 2,9 Prozent.

Zehntausende Menschen demonstrieren in Münster gegen AfD-Empfang

16. Februar 2024 - 17:58
Zehntausende Menschen demonstrieren in Münster gegen AfD-Empfang evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 17:58

Münster (epd). Mehrere Zehntausend Menschen haben am Freitag in Münster gegen Rechtsextremismus und einen Neujahrsempfang der AfD im Rathaus der Stadt protestiert. Wegen des starken Andrangs musste der Prinzipalmarkt am Rathaus von der Polizei gesperrt werden, sagte eine Sprecherin der Polizei. Man gehe von etwa 30.000 Teilnehmern aus, allerdings nehme die Zahl weiter zu, hieß es am Abend kurz nach Beginn der Veranstaltung. An den Protesten beteiligte sich auch eine Gruppe von Bürgermeistern aus dem Münsterland.

Es gehe darum, „klare Kante“ gegen Intoleranz zu zeigen, sagte der evangelische Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Münster, Martin Mustroph, laut einem Redemanuskript auf der Kundgebung. „Wir stehen für Solidarität und Vielfalt“, erklärte der Pfarrer.

Die Proteste gegen den Neujahrsempfang der AfD in Münster standen unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt! Gemeinsam für Demokratie, Vielfalt, Offenheit und Toleranz“. Teilnehmer schwenkten unter anderem Fähnchen mit dem Slogan „Münster ist bunt“ oder zeigten Plakate mit der Aufschrift „Münster strahlt gegen rechts!“.

Organisiert wurde die Demonstration von dem Bündnis „Keinen Meter den Nazis“. An den Protesten beteiligten sich Vertreter von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vereinen, Sozialverbänden und Bildungseinrichtungen. Bereits seit Jahren gibt es Proteste gegen den AfD-Empfang in der Stadt. Im vergangenen Jahr hatten sich rund 5.000 Menschen dazu eingefunden.

In diesem Jahr sorgten allerdings Querelen um die Rednerliste für Verstimmung. So hatte die CDU Münster ihre Teilnahme an den Protesten abgesagt, weil die Organisatoren dem Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) und „uns als größter demokratischer Partei das Wort verweigern“, wie die CDU erklärte. Das Organisationsbündnis hatte Vertreter der CDU und FDP nicht als Redner auf der Kundgebung zugelassen, weil die Parteien nicht Mitglied in dem Bündnis sind.

Entsetzen über Tod von Putin-Gegner Nawalny

16. Februar 2024 - 17:19
Entsetzen über Tod von Putin-Gegner Nawalny evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 17:19 Der russische Regimekritiker Nawalny ist staatlichen Angaben zufolge tot. Über die Umstände des Todes in der Strafkolonie war am Freitag nicht viel zu erfahren. Führende Politiker geben Russland wegen dessen Umgangs mit dem Dissidenten die Schuld.

Berlin (epd). Die Nachricht vom Tod des russischen Regimekritikers Alexej Nawalny hat international Erschütterung ausgelöst. „Wir sind sehr bedrückt“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Freitag in Berlin. Der Tod des Dissidenten sei „etwas ganz Furchtbares“, sagte Scholz, und diene auch als Zeichen, wie sich Russland verändert habe. „Nach den nun schon lange zurückliegenden hoffnungsvollen Entwicklungen in Richtung Demokratie, ist das längst keine Demokratie mehr“, sagte er. Andere wurden noch deutlicher: „Das Regime Putin hat ihn auf dem Gewissen“, erklärte etwa Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne) zum Tod Nawalnys.

Scholz sprach nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin der Familie Nawalnys sein Beileid aus. Auch wenn die Nachricht am Freitagnachmittag noch nicht unabhängig bestätigt war, müsse man „mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen“, dass sie zutreffe, sagte Scholz zu diesem Zeitpunkt.

Nawalny war nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS am Freitag in der Strafkolonie im Norden Russlands, in der er inhaftiert war, zusammengebrochen und gestorben. Der 47-Jährige war seit Langem ein Opponent des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er saß seit 2021 in Russland in Lagerhaft. 2020 überlebte er einen Giftanschlag. Nach seiner erfolgreichen Behandlung in Deutschland war er nach Russland zurückgekehrt.

Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte forderte die russischen Behörden auf, eine glaubwürdige Untersuchung durchzuführen. Ein Staat habe eine erhöhte Pflicht, das Leben derjenigen zu schützen, denen die Freiheit entzogen wurde. Wenn jemand im staatlichen Gewahrsam sterbe, gelte die Vermutung, dass der Staat dafür verantwortlich sei, teilte eine Sprecherin in Genf mit.

Wie kaum ein anderer sei Nawalny „Sinnbild für ein freies und demokratisches Russland“, gewesen, erklärte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf der Plattform X, vormals Twitter. „Genau deswegen musste er sterben“, ergänzte sie. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell schrieb auf der Plattform, er sei schockiert. Während man auf weitere Informationen warte, sei klar: „Dies ist allein Putins Verantwortung.“

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), der auf seinem Kanal bei X regelmäßig daran erinnerte, wie lange der Putin-Gegner Nawalny schon inhaftiert war, erklärte dort, Nawalny habe für ein demokratisches Russland gekämpft. „Putin hat ihn dafür zu Tode gequält. Das ist ein neuer, erschütternder Beleg für den verbrecherischen Charakter dieses Regimes“, erklärte er.

Auch die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Nawalny während seiner Behandlung nach dem Giftgasanschlag in Berlin besucht hatte, meldete sich entsetzt zu Wort. Eine „mutige, unerschrockene und sich für sein Land einsetzende Stimme“ sei mit fürchterlichen Methoden zum Verstummen gebracht worden.

Die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, erklärte, Nawalny stehe stellvertretend für all jene, die sich in Russland für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt hätten und dafür Repression, Gefängnis und sogar den Tod erlitten.

Fehrs: Nawalny steht stellvertretend für Regime-Opfer in Russland

16. Februar 2024 - 17:04
Fehrs: Nawalny steht stellvertretend für Regime-Opfer in Russland evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 17:04

Hannover (epd). Die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, hat sich entsetzt über die Nachricht vom Tod des russischen Regimekritikers Alexej Nawalny geäußert. „Er steht stellvertretend für all jene, die sich in Russland für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt haben und dafür Repression, Gefängnis und sogar den Tod erleiden“, sagte die Hamburger Bischöfin laut Mitteilung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag in Hannover.

Kein Mensch dürfe inhaftiert werden, weil er sich für Demokratie und Menschenrechte einsetze, erklärte Fehrs weiter. „In meinen Gebeten bin ich bei Nawalnys Familie und Angehörigen und denke an die vielen weiteren Opfer des russischen Regimes“, sagte sie.

Nawalny war nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS am Freitag in der Strafkolonie im Norden Russlands, in der er inhaftiert war, zusammengebrochen und gestorben. Der 47-Jährige war seit Langem ein Opponent des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er saß seit 2021 in Russland in Lagerhaft. 2020 überlebte er einen Giftanschlag. Nach seiner erfolgreichen Behandlung in Deutschland war er nach Russland zurückgekehrt.

Die EKD und die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde setzen sich gemeinsam mit der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial für die Freilassung der politischen Gefangenen in Russland ein. Unter www.gefangen-in-russland.de sind die Schicksale der derzeit 575 politischen Gefangenen in Russland veröffentlicht.

Hilfsorganisation warnt vor Dürre in Afghanistan

16. Februar 2024 - 16:15
Hilfsorganisation warnt vor Dürre in Afghanistan evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 16:15

Berlin (epd). In Afghanistan verschärfen ausbleibende Niederschläge laut Hilfsorganisationen die Hungerkrise. Familien, die vom Eigenanbau in der Landwirtschaft lebten, würden ohne ausreichend Regen und Schnee in große Not geraten, erklärte „Aktion gegen den Hunger“ am Freitag in Berlin.

Nach Angaben der Hilfsorganisation fielen zwischen dem 1. Oktober 2023 und Mitte Januar nur 45 bis 60 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge im Vergleich zu den Vorjahren. In 25 der 34 Provinzen gebe es „schwere bis katastrophale Dürren“.

In Afghanistan leiden nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms WFP fast 23 Millionen Menschen akut Hunger, mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Durch die Wirtschaftskrise und die Sanktionen vieler Regierungen gegen das Taliban-Regime hat sich die humanitäre Krise in dem Land verschärft. Die radikal-islamischen Taliban hatten nach dem Abzug westlicher Truppen im Sommer 2021 die Macht in Afghanistan übernommen.

Entsetzen über Tod von Putin-Gegner Nawalny

16. Februar 2024 - 15:31
Entsetzen über Tod von Putin-Gegner Nawalny evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 15:31 Der russische Regimekritiker Nawalny ist staatlichen Angaben zufolge tot. Über die Umstände des Todes in der Strafkolonie war am Freitag nicht viel zu erfahren. Führende Politiker geben Russland wegen dessen Umgangs mit dem Dissidenten die Schuld.

Berlin (epd). Die Nachricht vom Tod des russischen Regimekritikers Alexej Nawalny hat in Deutschland und Europa Erschütterung ausgelöst. „Wir sind sehr bedrückt“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Freitag in Berlin. Der Tod des Dissidenten sei „etwas ganz Furchtbares“, sagte Scholz, und diene auch als Zeichen, wie sich Russland verändert habe. „Nach den nun schon lange zurückliegenden hoffnungsvollen Entwicklungen in Richtung Demokratie, ist das längst keine Demokratie mehr“, sagte er. Andere wurden noch deutlicher: „Das Regime Putin hat ihn auf dem Gewissen“, erklärte etwa Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne) zum Tod Nawalnys.

Scholz sprach nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin der Familie Nawalnys sein Beileid aus. Auch wenn die Nachricht am Freitagnachmittag noch nicht unabhängig bestätigt war, müsse man „mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen“, dass sie zutreffe, sagte Scholz zu diesem Zeitpunkt.

Nawalny war nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS am Freitag in der Strafkolonie im Norden Russlands, in der er inhaftiert war, zusammengebrochen und gestorben. Der 47-Jährige war seit Langem ein Opponent des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er saß seit 2021 in Russland in Lagerhaft. 2020 überlebte er einen Giftanschlag. Nach seiner erfolgreichen Behandlung in Deutschland war er nach Russland zurückgekehrt.

Wie kaum ein anderer sei Nawalny „Sinnbild für ein freies und demokratisches Russland“, gewesen, erklärte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf der Plattform X, vormals Twitter. „Genau deswegen musste er sterben“, ergänzte sie. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell schrieb auf der Plattform, er sei schockiert. Während man auf weitere Informationen warte, sei klar: „Dies ist allein Putins Verantwortung.“

Bundeswirtschaftsminister Habeck erklärte, Nawalny habe sein Leben verloren in seinem Einsatz für ein besseres Russland. „Er war ein Patriot, der sich für Demokratie und den Rechtsstaat einsetzte und sein Land und die Menschen dort liebte“, sagte Habeck. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), der auf seinem Kanal bei X regelmäßig daran erinnerte, wie lange der Putin-Gegner Nawalny schon inhaftiert war, erklärte dort, Nawalny habe für ein demokratisches Russland gekämpft. „Putin hat ihn dafür zu Tode gequält. Das ist ein neuer, erschütternder Beleg für den verbrecherischen Charakter dieses Regimes“, erklärte er.

Auch die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Nawalny während seiner Behandlung nach dem Giftgasanschlag in Berlin besucht hatte, meldete sich entsetzt zu Wort. „Er wurde Opfer der repressiven Staatsgewalt Russlands“, erklärte sie. Eine „mutige, unerschrockene und sich für sein Land einsetzende Stimme“ sei mit fürchterlichen Methoden zum Verstummen gebracht worden.

Auch CDU-Chef Friedrich Merz (CDU) übte scharfe Kritik an Russland. „Das System Putin hat sein menschenverachtendes Gesicht erneut gezeigt“, schrieb er bei X. Der Linken-Vorsitzende Martin Schirdewan erklärte, der Tod Nawalnys sei „ein politischer Mord mit Ansage“. Die Schuldigen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte er und verlangte eine international geführte Aufklärung sowie die Freilassung politisch Gefangener in Russland. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte eine unabhängige Aufklärung der Todesumstände.

EU-Außenbeauftragter Borrell: Nawalny hat Demokraten Hoffnung gegeben

16. Februar 2024 - 14:58
EU-Außenbeauftragter Borrell: Nawalny hat Demokraten Hoffnung gegeben evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 14:58

Brüssel (epd). Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat entsetzt auf den Tod des russischen Regimekritikers Alexej Nawalny reagiert. Er sei schockiert von den Medienberichten über Nawalnys Tod, schrieb Borrell am Freitag auf der Internetplattform X, ehemals Twitter.

Der EU-Außenbeauftragte würdigte Nawalny als „sehr mutigen Mann“, der Demokraten und der Zivilgesellschaft Hoffnung gegeben habe.

Der 47-jährige Nawalny ist laut der russischen Nachrichtenagentur Tass am Freitag während seiner Haft in einer russischen Strafkolonie gestorben. Demnach fühlte sich Nawalny nach einem Spaziergang „unwohl“ und brach zusammen. Versuche, ihn wiederzubeleben, seien gescheitert. Nawalny war seit Langem ein Opponent des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Borrell schrieb auf X, während man auf weitere Informationen warte, sei klar: „Dies ist allein Putins Verantwortung.“

Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums wies laut Tass Vorwürfe zurück. Es habe noch keine forensische Untersuchung gegeben, erklärte sie demnach.

Nawalny saß seit 2021 in Russland in Lagerhaft. 2020 überlebte er einen Giftanschlag. Nach seiner erfolgreichen Behandlung in Deutschland war er nach Russland zurückgekehrt.

WHO tief besorgt über israelischen Angriff auf Gaza-Hospital

16. Februar 2024 - 14:55
WHO tief besorgt über israelischen Angriff auf Gaza-Hospital evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 14:55

Genf (epd). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich tief besorgt über das Eindringen israelischer Soldaten in das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis im umkämpften Gaza-Streifen geäußert. Die WHO fürchte um die Sicherheit der Patienten, des medizinischen Personals und der Zivilbevölkerung, die sich in dem Krankenhaus aufhalte, sagte ein Sprecher am Freitag in Genf.

Der Entzug lebensrettender Pflege und die erzwungene Verlegung von Kranken und Verletzten drohe deren Zustand zu verschlechtern und könne sogar zum Tod führen. Die Gesundheit der Patienten müsse Vorrang haben, und eine ununterbrochene Versorgung in einer sicheren Umgebung müsse gewährleistet sein.

Schwerverletzte und Kranke seien in dem Nasser-Komplex verblieben. Treibstoff sei dringend nötig, um lebensrettende Maßnahmen fortzusetzen. Der Sprecher Tarik Jasarevic forderte im Namen der WHO die Einhaltung des humanitären Völkerrechts.

Israelische Truppen hatten laut Medienberichten vom Donnerstag die Einrichtung zunächst wochenlang belagert. Videomaterial zeige, dass Menschen bei der Flucht aus dem Hospital angegriffen worden seien. Israel betont, die Terrororganisation Hamas missbrauche Gesundheitseinrichtungen als Stützpunkte und halte dort Geiseln fest. Das Eindringen in die Einrichtungen sei somit gerechtfertigt.

Die radikalislamistische Hamas hatte am 7. Oktober Israel angegriffen. Israel versucht seither, die Hamas im Gaza-Streifen mit schwerem Bombardement und einer Bodenoffensive zu zerschlagen.

Senegal: Verfassungsrat erhöht Druck auf Staatschef Sall

16. Februar 2024 - 14:38
Senegal: Verfassungsrat erhöht Druck auf Staatschef Sall evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 14:38 Der Streit über den Wahltermin im Senegal geht weiter: Der Verfassungsrat des afrikanischen Landes erklärte die Verschiebung für rechtswidrig. Doch der ursprüngliche Termin Ende Februar dürfte nicht mehr einzuhalten sein.

Nairobi, Dakar (epd). Im Streit über die Verschiebung der Präsidentschaftswahl im Senegal erhöht der Verfassungsrat den Druck auf Staatschef Macky Sall. Der Rat erklärte die Verschiebung der für Ende Februar geplanten Wahl in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Urteil für rechtswidrig. Die westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas rief nach dem Richterspruch alle Parteien zum Dialog auf.

Der Verfassungsrat befand das Dekret von Präsident Sall zur Verschiebung der Wahl für nichtig. Zugleich nannten die Richter eine Gesetzesvorlage des Parlaments für einen neuen Wahltermin im Dezember gesetzeswidrig.

Nur der Verfassungsrat habe das Mandat, eine Wahl zu verschieben, hieß es in der Erklärung, und auch nur im Falle des Todes oder Rückzugs eines Kandidaten. Das Gericht erklärte weiter, dass der ursprüngliche Wahltermin am 25. Februar zwar unmöglich eingehalten werden könne, hält die Regierung und die zuständigen Behörden aber dazu an, die Wahl so bald wie möglich abzuhalten und zwar vor dem Ablauf von Salls Mandat am 2. April.

Der Staatenbund Ecowas forderte am Freitag alle Akteure auf, die Entscheidung des Verfassungsrats zu achten. Die dafür zuständigen Behörden müssten ein neues Wahldatum in Übereinstimmung mit dem Urteil festlegen, hieß es in einer auf der Internetplattform X (ehemals Twitter) verbreiteten Erklärung.

Seit Staatschef Sall am 3. Februar die Wahl abgesagt hatte, gab es keine Wahlkampfveranstaltungen mehr. Mehrere Oppositionskandidaten und -politiker wurden bei Protesten verhaftet. Am Donnerstag wurden mehrere von ihnen wieder freigelassen. Amnesty International kritisierte eine unverhältnismäßige Polizeigewalt gegen die Demonstrierenden. Mindestens drei Menschen seien bei Protesten vergangene Woche getötet worden.

Der Senegal befindet sich in einer schweren politischen Krise, die schon vor Salls Entscheidung zur Verschiebung der Wahl begonnen hat. Nur 20 der insgesamt 79 Präsidentschaftskandidaten und -kandidatinnen, die ihre Unterlagen eingereicht hatten, wurden zur Wahl zugelassen, dagegen gab es bereits Proteste. Bereits seit Jahren drangsaliert die Regierung die Opposition im Land, hunderte Aktivisten und Oppositionspolitiker sind im Gefängnis.

Bundesamt: Beratungsanfragen zu Radikalisierung 2023 verdoppelt

16. Februar 2024 - 14:12
Bundesamt: Beratungsanfragen zu Radikalisierung 2023 verdoppelt evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 14:12

Nürnberg (epd). Die Beratungsstelle Radikalisierung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hat im Jahr 2023 doppelt so viele Beratungsanfragen bearbeitet wie im Vorjahr. Mit 313 Beratungsgesprächen sei der höchste Wert seit fünf Jahren erreicht, teilte das Bundesamt am Freitag in Nürnberg mit. Die bundesweite Erstanlaufstelle habe bereits in den vergangenen Jahren ein hohes Niveau an Beratungsanfragen zu Islamismus und Radikalisierung erfasst. Dennoch stelle der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 „einen Einschnitt dar - sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht“, sagte Florian Endres, Leiter der Beratungsstelle.

Mehr als die Hälfte der Beratungsanfragen stammt laut Mitteilung aus dem familiären Umfeld mutmaßlich radikalisierter Personen, vor allem von Eltern. Jede fünfte Anfrage gehe auf einen schulischen Kontext zurück, zum Beispiel wenn Lehrkräfte Wesensveränderungen bei Schülerinnen und Schülern feststellten.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Nahostkonflikt sei eine Veränderung der Beratungsinhalte wahrzunehmen. Oft gehe es inzwischen um das Konfliktgeschehen vor Ort, Antisemitismus und Israel-Feindlichkeit sowie die in der Region aktiven extremistischen Organisationen. Auch Unsicherheiten im Umgang mit Kommentaren oder Postings mit Bezug zum Nahostkonflikt in den sozialen Medien würden von den Ratsuchenden thematisiert. Grundsätzlich sei zu beobachten, dass islamistisch motivierte Radikalisierungsprozesse zunehmend in Internet angestoßen und vertieft werden, teilte das Bundesamt auf Nachfrage mit.

Das Durchschnittsalter mutmaßlich islamistisch radikalisierter Personen sei im vergangenen Jahr weiter gesunken und betrage nun etwa 17 Jahre. Auch immer mehr junge Menschen unter 13 Jahren seien betroffen.

Cannabis-Gesetz: Ärzteschaft fordert freie Abstimmung im Bundestag

16. Februar 2024 - 13:54
Cannabis-Gesetz: Ärzteschaft fordert freie Abstimmung im Bundestag evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 13:54 Vor der Abstimmung im Bundestag über das Cannabis-Gesetz intensivieren die Gegner ihre Warnungen. Die Ärzteschaft fordert, die Abstimmung freizugeben. Die Legalisierung der Droge sei eine Gewissensfrage, sagt Ärztepräsident Reinhardt.

Berlin, Hannover (epd). Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Regierungsfraktionen im Bundestag aufgefordert, die bevorstehende Abstimmung über die Legalisierung von Cannabis freizugeben. Er erklärte am Freitag in Berlin: „Hier geht es um eine wichtige gesellschaftliche Weichenstellung, bei der die Fraktionsdisziplin gegenüber der persönlichen Verantwortung der Abgeordneten zurücktreten muss.“ Deshalb sei es richtig, wenn das Parlament in namentlicher Abstimmung entscheide, fügte er hinzu.

Die Legalisierung von Cannabis werde die gravierenden gesundheitlichen Schäden durch die Droge weiter verschlimmern, erklärte Reinhardt und verwies auf die deutsche und internationale Studienlage. Bereits im Dezember 2023 hatte die Bundesärztekammer gemeinsam mit Fachverbänden aus dem Gesundheitswesen, der Pädagogik und von Polizei und Justiz alle Bundestagsabgeordneten persönlich gebeten, dem Gesetz nicht zuzustimmen.

Dem Gesetzentwurf zufolge sollen Erwachsene begrenzte Mengen von Cannabis besitzen, konsumieren und zu Hause anbauen dürfen. Außerdem sollen Anbau und Abgabe der Droge im Rahmen von kontrollierten Cannabis-Clubs erlaubt werden. Für den öffentlichen Konsum soll es zahlreiche Regeln geben, etwa, dass er in Sichtweite von Schulen, Spielplätzen, Kitas und Jugendeinrichtungen verboten ist. Für Jugendliche bis 18 Jahre bleiben Besitz und Konsum verboten.

Die Unionsfraktion im Bundestag hatte vor kurzem ebenfalls eine namentliche Abstimmung, nicht aber die Aufhebung des Fraktionszwangs gefordert. Damit will die Opposition deutlich machen, dass es auch in den Reihen der Koalition Gegnerinnen und Gegner des Gesetzes gibt. Zuletzt hatte der SPD-Abgeordnete Sebastian Fiedler erklärt, er rechne mit einer zweistelligen Anzahl von Nein-Stimmen in seiner Fraktion. Die Abstimmung ist noch für Februar geplant. Die Fachpolitiker von SPD, Grünen und FDP hatten sich zuvor auf zahlreiche Änderungen an dem ursprünglichen Entwurf von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verständigt.

Das Cannabis-Gesetz soll am 1. April in Kraft treten. Der Bundesrat müsste es spätestens am 22. März billigen. Die Länderkammer muss dem Gesetz nicht zustimmen, damit es in Kraft treten kann, kann aber mit einer Mehrheit Einspruch einlegen. Die Bundesländer stehen den Neuregelungen sehr kritisch gegenüber. Sie fürchten massive Mehrarbeit bei Polizei und Justiz.

Mehrere niedersächsische Ministerien übten am Freitag in Hannover Kritik an dem Gesetzentwurf. Er sei ein „schlechter Kompromiss“, sagte eine Sprecherin von Innenministerin Daniela Behrens (SPD). Er sei nicht praxistauglich. Polizei und Justiz würden nicht entlastet, weil die Kontrollvorschriften „sehr komplex“ seien. Das Justizministerium kritisierte die rückwirkenden Folgen für Haftstrafen. Wenn das Gesetz in Kraft trete, müssten alle Inhaftierten, gegen die zurzeit eine Strafe wegen eines künftig nicht mehr strafbaren Drogendeliktes vollstreckt werde, aus der Haft entlassen werden. Allein in Niedersachsen müssten dafür etwa 16.000 Akten durchgesehen werden.

Alexej Nawalny offenbar gestorben

16. Februar 2024 - 13:00
Alexej Nawalny offenbar gestorben GEPCORE_EVDE_SYNC Fr., 16.02.2024 - 13:00 Alexander Zemlianichenko/AP/dpa Putin-Kritiker Alexej Nawalny ist nach Angaben russischer Staatsmedien tot. Laut russischer Medien Nach Angaben russischer Staatsmedien sei der inhaftierte Putin-Kritiker Alexej Nawalny im Alter von 47 Jahren gestorben.

Das berichtet unter anderen bild.de. Den Angaben zufolge sei ein Blutgerinnsel die Todesursache des berühmten Kreml-Oppositionellen gewesen. Nach Angaben von Spiegel-Online gebe es noch keine Bestätigung aus seinem direkten Umfeld. Nawalnys Anwalt sei auf dem Weg in die sibirische Strafkolonie, um sich über den Stand der Dinge zu informieren.

Nawalny saß seit 2021 wegen Extremismus in russischer Haft. Im August 2020 hatte er nur knapp einen Mordanschlag mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok überlebt, für den er in Deutschland behandelt wurde.

Mehr zu Russland Laut russischer Medien Alexej Nawalny offenbar gestorbenNach Angaben russischer Staatsmedien sei der inhaftierte Putin-Kritiker Alexej Nawalny im Alter von 47 Jahren gestorben. Weltwirtschaftsforum Davos Selenskyj: 2024 muss entscheidendes Jahr seinDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat im Verteidigungskrieg gegen den Angreifer Russland verstärkte militärische Anstrengungen angekündigt. Gefängnis Kritik Opposition Russland

Rotes Kreuz: Mehr als die Hälfte der Ukrainer in finanzieller Not

16. Februar 2024 - 12:49
Rotes Kreuz: Mehr als die Hälfte der Ukrainer in finanzieller Not evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 12:49

Genf (epd). Mehr als die Hälfte der Ukrainerinnen und Ukrainer leiden laut dem Roten Kreuz unter finanzieller Not. Das gelte für die Menschen innerhalb und außerhalb des Landes, sagte die Rotkreuz-Regionaldirektorin für Europa, Birgitte Bischoff Ebbesen, am Freitag in Genf.

Laut einer Umfrage der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften habe der vor zwei Jahren begonnene russische Angriffskrieg zu einer zunehmenden Verschuldung der Bevölkerung und zur Annahme von unterbezahlten oder gefährlichen Jobs geführt, erklärte Bischoff Ebbesen. Ein Drittel der ukrainischen Flüchtlinge in den Nachbarländern müssten sich Geld leihen, um über die Runden zu kommen.

Die psychosozialen Auswirkungen der finanziellen Situation seien gravierend. Fast die Hälfte der 10.000 Befragten habe angegeben, dass sie mit der Angst um ihre Zukunft und die ihrer Familie lebten. Ein Drittel von ihnen habe eine Form psychologischer Hilfe in Anspruch genommen.

Der russische Präsident Wladimir Putin ließ am 24. Februar 2022 seine Armee in großem Umfang in die Ukraine einmarschieren. Im Jahr 2014 besetzte Russland bereits die ukrainische Halbinsel Krim und startete die Unterstützung von Rebellen in der Ostukraine.

Reformkräfte: Bischofskonferenz spart wichtige Themen aus

16. Februar 2024 - 12:36
Reformkräfte: Bischofskonferenz spart wichtige Themen aus evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 12:36

Frankfurt a.M. (epd). Katholische Reformbewegungen fordern eine intensivere Beschäftigung der Deutschen Bischofskonferenz mit den Themen sexualisierte Gewalt und Beteiligung von Laien sowie Frauen in der Kirche. „Die wirklich wichtigen Themen werden wieder einmal ausgespart“, kritisierte am Freitag die stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, Agnes Wuckelt, mit Blick auf die am Montag in Augsburg beginnende Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe.

Die Bischöfe beraten bis Donnerstag nächster Woche. Schwerpunkt ihrer Beratungen ist die Zukunft der Demokratie im Wahljahr 2024. Zudem soll es eine erste Sondierung zur im vergangenen Jahr veröffentlichten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung geben. Weitere Themen seien „weitere Überlegungen zum Synodalen Weg“, die Weltsynode im Rom, das Heilige Jahr 2025, die Internationale Ministrantenwallfahrt in diesem Sommer sowie die „Woche für das Leben“.

Wuckelt verortete bei vielen Bischöfen „wenig Aufnahmebereitschaft dafür, was wir im Synodalen Weg erarbeitet haben“. Sie erneuerte die Forderung, die Zahl der Frauen in verantwortlichen Positionen auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens zu erhöhen und das Kirchenrecht entsprechend anzupassen.

Die Geistliche Beirätin des Katholischen Deutschen Frauenbunds, Dorothee Sandherr-Klemp, warnte vor einem Erstarken von „straff bis autoritär geführten neuen geistlichen Gemeinschaften“. In einigen Bistümern würden diese zulasten gemeindlicher Jugendarbeit und diözesaner Hochschulseelsorge gefördert. In Hochschulgemeinden träfen sie auf suchende und bedürftige junge Menschen in vulnerablen Lebensphasen. Im Sinne der spirituellen Selbstbestimmung seien diese Gemeinschaften hochproblematisch.

Publizist Güvercin: Türkei will mit "Dava"-Partei Einfluss nehmen

16. Februar 2024 - 12:30
Publizist Güvercin: Türkei will mit "Dava"-Partei Einfluss nehmen evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 12:30

Oberursel (epd). Mit der Gründung der Partei „Dava“ will die türkische Regierung nach Einschätzung des Journalisten und Publizisten Eren Güvercin Einfluss in Deutschland und Europa nehmen. Der Spitzenkandidat für die Europawahl, Fatih Zingal, sei jahrelang in einer Lobbyorganisation der Erdogan-Partei AKP aktiv gewesen, sagte das Beiratsmitglied der Alhambra-Gesellschaft in Berlin in einem Interview der Zeitschrift Publik-Forum (Ausgabe vom 23. Februar). Auch die anderen Vertreter hätten klare Bezüge zum türkisch-nationalistischen oder islamistischen Milieu. Der Vorsitzende Teyfik Özcan habe den Genozid an den Armeniern als Mythos bezeichnet.

Der Parteiname, der als Abkürzung für „Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch“ steht, bedeute im Islam „Mission“ und sei als solcher Begriff eng mit der religiösen Agenda der AKP verknüpft, erklärte Güvercin. Mit der Begründung der Partei, sich gegen Muslimfeindlichkeit einzusetzen, bekräftigten die Parteigründer das besonders vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gepflegte Narrativ, Deutschland werde immer rassistischer.

Der Publizist sprach „Dava“ ab, sich wie behauptet gegen Rassismus und Antisemitismus einsetzen zu wollen. „Da muss ich mir nur ansehen, was sie zum Israel-Gaza-Krieg gesagt haben.“

Güvercin bezweifelte zugleich, dass die Partei professionelle Strukturen aufbauen könne und sich etablieren werde. Die Vertreter hätten „große Egos“ und würden in Machtkämpfe verfallen. Auch glaube er nicht, dass die neue Partei viele Menschen mobilisieren werde, erklärte Güvercin. Türkeistämmige Deutsche bildeten eine große Vielfalt. Aber wenn es der Partei gelinge, zwei oder drei Leute ins Europaparlament zu schicken, „könnten sie als Lautsprecher der AKP fungieren“.

Ostafrika: Wo der Radsport boomt

16. Februar 2024 - 12:14
Ostafrika: Wo der Radsport boomt evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 12:14 Am Sonntag fällt in Kigali der Startschuss für die "Tour du Rwanda" Die Rennradszene in Ostafrika wächst mit jedem Jahr - und auch die Mittelschicht entdeckt das Radeln als Hobby für sich. Am Sonntag beginnt die Tour durch Ruanda, das afrikanische Radsport-Highlight des Jahres.

Nairobi (epd). Wenn am Sonntag in Ruandas Hauptstadt Kigali der Startschuss für die „Tour du Rwanda“ fällt, zischen Hunderte Rennradfahrer los - und Tausende Menschen in Ostafrika und aus dem Rest der Welt schauen zu. Die Tour ist das älteste, größte und wichtigste Radrennen auf dem afrikanischen Kontinent.

Seit 1988 rasen jedes Jahr hunderte Rennradfahrer durch das endlose Grün des kleinen Binnenlandes in Ostafrika, auch „Land der Tausend Hügel“ genannt: 740 Kilometer in acht Tagen, bei 13.724 Höhenmetern.

Seit 2009 zählen die Platzierungen bei der „Tour du Rwanda“ für die Rangliste des internationalen Radsport-Verbands UCI. In den vergangenen Jahren gewannen oft Sportler aus Eritrea, aber auch schon aus Spanien, den USA, Südafrika - und natürlich Ruanda.

Events wie das Rennen durch die Berge Ruandas zeigen: Der Radsport in Ostafrika wird immer wichtiger. Auch wenn in großen Teilen der Gesellschaft Radfahren mit Armut verbunden ist, entdecken immer mehr Menschen aus der wachsenden Mittelschicht das Radeln als Hobby für sich.

Ciarán Fitzpatrick leitet die Entwicklungsabteilung beim kenianischen Profi-Team „Kenyan Riders“. Der Ire lebt seit vielen Jahren in Iten, dem Sportstandort in Kenia schlechthin, 2.400 Meter über dem Meeresspiegel. Das ganze Jahr über trainieren hier Profi-Sportler aus aller Welt im Höhenlager. Die guten Bedingungen seien eine gute Grundlage für den Sport, sagt Fitzpatrick.

Die „Kenyan Riders“ waren zum bisher letzten Mal 2017 bei der Tour du Rwanda dabei. Je höher das Rennen in der internationalen Qualifikation angesiedelt wird, desto schwieriger ist die Teilnahme. Aktuell können nur Nationalteams oder interkontinentale Teams ihre Radler ins Rennen schicken. Doch die Ergebnisse aus Ruanda werden dadurch für das weltweite Ranking relevanter.

Seine gute Platzierung bei der „Tour du Rwanda“ half auch dem eritreischen Radfahrer Biniam Girmay. Der 23-Jährige gewann 2022 als erste schwarzer Afrikaner eine Etappe des legendären italienischen Radrennens „Giro d'Italia“. In Eritrea ist das Radfahren Volkssport, erste Rennen gab es schon während der italienischen Kolonialbesatzung.

Dass nicht mehr afrikanische Radfahrer an Rennen in Europa teilnehmen, liege an strukturellen Barrieren, erklärt Fitzpatrick. Die Reisen und das Equipment seien für die Fahrer schwer zu finanzieren, wenn sie nicht Teil eines Profi-Teams seien. Auch die Beschaffung von Visa für Rennen in Europa könne zum Problem werden.

In Kenias Hauptstadt Nairobi gibt es mittlerweile ein jährliches Rennen, das „Grand Nairobi Bike Race“, bei dem nicht nur Profis, sondern auch Kinder und Familien starten. Außerdem mit dabei: die „Black Mambas“. So werden die Räder ohne Gangschaltung genannt, die oft Menschen fahren, die kein Geld für andere Verkehrsmittel haben. Benannt sind sie nach der Schwarzen Mamba, eine der gefährlichsten Giftschlangen der Welt.

Auch Salome Kanini ist in der Kategorie angetreten, obwohl in ihrem Fuhrpark noch ganz andere Räder stehen. Die 36-jährige Kenianerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen im Radsport zu fördern. Gerade ist sie bei einem Rennen auf der tansanischen Insel Sansibar mitgefahren.

Mit ihrer Initiative „Dada Rides“ - Dada heißt „Schwester“ auf Suaheli - organisiert sie Rennen für ambitionierte Fahrerinnen, aber auch Trainings für Anfängerinnen. Sie engagiert sich zudem für bessere Bedingungen für Radfahrende im Straßenverkehr - denn bisher ist die Infrastruktur in Nairobi vor allem auf Autos ausgerichtet. Dabei besitzt nur ein Bruchteil der mehr als vier Millionen Menschen dort ein eigenes Auto.

Fitzpatrick von den „Kenyan Riders“ sagt, Rennen wie in Ruanda oder Kenia machten den Sport bekannter. Durch den Hype und die Presse, die solche Großveranstaltungen erzeugen, würden Leute angesteckt, die vorher nichts mit Radfahren am Hut gehabt hätten. Zudem machten sie es für Firmen interessanter, Teams oder einzelne Sportlerinnen zu sponsern.

Dass immer mehr Menschen in Kenia radeln, sieht Fitzpatrick als Grundlage für eine vielversprechende Zukunft des Radsports in Ostafrika. „Wenn in zehn bis zwanzig Jahren die Kinder dieser Leute alle anfangen, Rad zu fahren, dann wird es leichter, Talente zu finden und dann auch zu fördern“, sagt er. Der Radsport in Ostafrika boomt - und das ist erst der Anfang.

Demonstration und Kranzniederlegung in Hanau

16. Februar 2024 - 11:45
Demonstration und Kranzniederlegung in Hanau GEPCORE_EVDE_SYNC Fr., 16.02.2024 - 11:45 Arne Dedert/dpa Bilder der Opfer des Anschlags von Hanau hängen an einer Leine , um daran zu erinnern, dass am 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen wurden. (Symbolbild) Gedenken an Anschlagsopfer Am 19. Februar 2020 brachte ein Attentäter neun unschuldige Menschen in Hanau um. Der Angriff jährt sich am Montag zum vierten Mal. Für diesen Samstag, 17. Februar, rufen Hinterbliebene und Aktivist:innen zu einer bundesweiten Gedenkdemonstration auf.

Die Demo führt ab 14 Uhr am Kurt-Schumacher-Platz an den Tatorten vorbei zum Marktplatz, wo gegen 18 Uhr eine Kundgebung stattfindet. Auch Betroffene der Anschläge von Halle, München und der NSU-Morde beteiligten sich, sagte der Mitgründer der Initiative 19. Februar, Hagen Kopp, dem epd. Reden würden ausschließlich von Angehörigen der Opfer und Überlebenden gehalten.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky und der stellvertretende hessische Ministerpräsident Kaweh Mansoori (beide SPD) werden am 19. Februar um 11 Uhr auf dem Hauptfriedhof an der Gedenktafel in Stille Kränze niederlegen, wie der Leiter der städtischen Pressestelle, Dominik Kuhn, dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) habe ihre Teilnahme zugesagt. Auf ausdrücklichen Wunsch der Angehörigen der Opfer werde es keine politischen Reden geben. Zuvor um 10.30 Uhr wird auf dem Hauptfriedhof ein Imam für die Opfer beten.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt eine Kundgebung mit Hunderten Teilnehmern auf dem Marktplatz ausgerichtet, an der auch Faeser (SPD), Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und die damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Annette Kurschus, teilnahmen.

Auch an anderen Grabstätten von Opfern wird die Stadt Hanau nach Kuhns Angaben Kränze niederlegen lassen, auch in Bulgarien, Rumänien und der Türkei. Den ganzen Tag über bleiben die katholischen Kirchen in der Nähe der Anschlagsorte mit einer brennenden Trauerkerze zum persönlichen Gedenken geöffnet. Am Abend wird wie in den vergangenen Jahren zwischen 20 und 23 Uhr der Opfer an den Anschlagsorten am Heumarkt und am Kurt-Schumacher-Platz gedacht. Die Initiative 19. Februar Hanau und das Jugendzentrum Kesselstadt gestalten dort Mahnwachen.

Die evangelische Kirche, die jüdische Gemeinde Hanau und die katholische Kirche laden am Anschlagstag um19 Uhr zu einer gemeinsamen religiöse Gedenkfeier in die Wallonisch-Niederländische Gemeinde. Auf der Internetseite "Hanau steht zusammen" sind alle Veranstaltungen aufgelistet. Auch in anderen Städten wie Berlin, München, oder Köln wird der Anschlagsopfer von Hanau gedacht.

Am 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen mit Einwanderungsgeschichte erschossen und mehrere weitere Menschen verletzt. Anschließend erschoss er seine Mutter und sich selbst.

Mehr zu Gedenken Gedenken an Anschlagsopfer Demonstration und Kranzniederlegung in HanauAm 19. Februar 2020 brachte ein Attentäter neun unschuldige Menschen in Hanau um. Der Angriff jährt sich am Montag zum vierten Mal. Für diesen Samstag rufen Hinterbliebene und Aktivist:innen zu einer bundesweiten Gedenkdemonstration auf. Am Sonntag im DLF Mit den Toten leben?Die Sterbenden kehrten "nicht heim zu Gott, sondern zurück zum Staub", aus dem sie gemacht sind. So formulierte zum Beispiel Eberhard Jüngel die "Entplatonisierung" des Todes. Doch in den letzten 20 Jahren hat ein Umdenken eingesetzt. Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Hanau-Attentats im Überblick Anschlag Attentat Ausländerfeindlichkeit Gedenken Rassismus Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Kirchen eröffnen Fastenaktionen

16. Februar 2024 - 11:02
Kirchen eröffnen Fastenaktionen evde_m_admin Fr., 16.02.2024 - 11:02

Frankfurt a.M. (epd). Die beiden großen Kirchen in Deutschland starten am Sonntag ihre diesjährigen bundesweiten Fastenaktionen. Für die evangelische Kirche eröffnet der hannoversche Landesbischof Ralf Meister die Aktion „7 Wochen Ohne“ in der Osnabrücker Kirche St. Katharinen. Die katholische Aktion des Hilfswerks Misereor beginnt mit einem Gottesdienst in der Ludwigshafener Pfarrkirche St. Ludwig.

Die Gottesdienste werden im Fernsehen übertragen, die Feier in Osnabrück im ZDF ab 9.30 Uhr, die Messe in Ludwigshafen in der ARD ab 10 Uhr. Beide Aktionen laufen bis Ostern. Die evangelischen Kirchen rufen unter dem Motto „Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge“ dazu auf, Gemeinschaft zu leben. Misereor lenkt unter dem Leitwort „Interessiert mich die Bohne“ mit Veranstaltungen und einer Spendensammlung den Blick auf die schwierige Lage von Kleinbäuerinnen und -bauern in Kolumbien.

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