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Aktualisiert: vor 16 Minuten

"Arche"-Gründer Siggelkow: Politik versagt bei Kinderarmut

25. Februar 2024 - 11:08
"Arche"-Gründer Siggelkow: Politik versagt bei Kinderarmut evde_m_admin So., 25.02.2024 - 11:08

Köln (epd). Der Gründer des christlichen Kinderhilfswerks „Die Arche“, Bernd Siggelkow, hat der Politik vorgeworfen, bei der Bekämpfung von Kinderarmut zu versagen. In Deutschland lebten mehr als vier Millionen Kinder in finanzieller Armut, sagte er dem Portal „domradio.de“ in einem am Sonntag veröffentlichten Interview: „Ich glaube, die Zeit der weichgespülten Worte zum Thema Kinderarmut ist vorbei.“

Ein Beispiel für das Versagen sei die Kindergrundsicherung. Das Bundesfamilienministerium habe dafür zwölf Milliarden Euro berechnet. Nach einem Kompromiss seien davon gerade 2,5 Milliarden Euro übriggeblieben. „Auf die Menschen umgerechnet, die darauf Anspruch haben, bleiben 30 Euro pro Monat und pro Familie übrig. Das ist eigentlich ein Witz“, sagte Siggelkow dem Kölner Bistumssender anlässlich seines 60. Geburtstages am Sonntag.

Scharfe Kritik äußerte der Theologe auch an dem seiner Ansicht nach „maroden Bildungssystem“. Das Geld für die Kindergrundsicherung solle besser in die Bildung fließen, „in Menschen, in Fachkräfte, in Erzieher, die gerade in Ballungsgebieten Kinder in den Schulen besser unterstützen“.

Amazonas-Region ist zu heiß und zu trocken

25. Februar 2024 - 10:30
Amazonas-Region ist zu heiß und zu trocken GEPCORE_EVDE_SYNC So., 25.02.2024 - 10:30 iStockphoto Der Regenwald gilt als grüne Lunge der Erde. Jahrhundert-Dürre im Regenwald Der Amazonas-Regenwald nimmt jedes Jahr Milliarden Tonnen klimaschädliches CO2 aus der Atmosphäre auf. Rodungen und Waldbrände gefährden das Ökosystem - und nun kommt noch eine Dürre hinzu.

Ausgetrocknete Flussbecken, tote Fische: Seit Mitte des vergangenen Jahres wird die Amazonas-Region von einer besonders starken Dürre heimgesucht. Schon im Oktober war der Rio Negro auf einen historischen Tiefstand gesunken - in der Folge fielen Wasserkraftwerke in verschiedenen südamerikanischen Ländern aus und an vielen Stellen wurde die Schifffahrt stark eingeschränkt.

"Das hat zu enormen wirtschaftlichen Schäden, aber auch zu vielen praktischen Problemen für die lokalen Gemeinden geführt", sagt der Meteorologie-Professor David Lapola von der Universität Campinas im Bundesstaat São Paulo, Brasilien. Lebensmittel und Medikamente hätten sie oft nicht oder nur schwer erreicht.
In Südamerika treffen aktuell zwei Phänomene aufeinander, die die Region besonders heiß und trocken machen.

Zum Klimawandel kommt das Wetterphänomen "El Niño" hinzu. Für die "Jahrhundert-Dürre" ist laut Fachleuten aber hauptsächlich der Klimawandel verantwortlich. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der "World Weather Attribution", einer wissenschaftlichen Initiative, die erforscht, wie die Erderwärmung zu einzelnen Wettereignissen beiträgt.

Klimawandel ist Hauptursache

Die Ergebnisse sind laut Mitautor Ben Clarke durchaus überraschend. "Als sich die Dürre im Amazonas-Gebiet im Jahr 2023 verschlimmerte, verwiesen viele Menschen auf El Niño, um das Ereignis zu erklären", sagte der Forscher am Imperial College London bei einer Pressekonferenz zu dem Bericht. "Während El Niño zu geringeren Niederschlagsmengen führte, zeigt unsere Studie, dass der Klimawandel durch seinen Einfluss auf höhere Temperaturen die Hauptursache für die Dürre ist." Durch die Erderwärmung seien die Dürren in Böden und Flüssen in der Region 30-mal wahrscheinlicher geworden.

Die Trockenheit setzt das ohnehin angespannte Ökosystem in der Region noch weiter unter Stress: Wegen der hohen Entwaldungsraten hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen darüber gegeben, ob der Amazonas-Regenwald den sogenannten Klima-Kipppunkt überschritten hat.
Mit dem Überschreiten droht der Regenwald zur Savanne zu werden und damit auch einen großen Teil des in ihm gespeicherten CO2 freizusetzen. Das könnte plötzliche, verehrende Auswirkungen aufs Weltklima haben.

Ein Fünftel der Fläche des Regenwaldes ist verloren

Zwar sind in Kolumbien und Brasilien die Entwaldungsraten im vergangenen Jahr stark zurückgegangen, abgeholzt wird aber weiterhin. Der Amazonas-Regenwald, der sich über eine Fläche von mehr als sieben Millionen Quadratkilometer erstreckt, hat schon rund ein Fünftel seiner ursprünglichen Fläche verloren.

Dürren wie die aktuelle werden damit in Zukunft immer wahrscheinlicher - auch weil es im weltweiten Klimaschutz nicht im nötigen Tempo vorangeht. Deshalb wären aus der Sicht von Wissenschaftler Lapola in der Amazonas-Region auch Anpassungsmaßnahmen wie zum Beispiel der Ausbau von alternativen Versorgungsrouten für Gebiete nötig. Leider sei das nicht die Priorität der jeweiligen Regierungen.

Seit Beginn des Jahres hat sich die Situation wieder ein wenig entspannt. "Es hat begonnen zu regnen", sagt der Meteorologe Lapola. An vielen Stellen liegen die Wasserstände aber weiterhin deutlich unter dem normalen Niveau für diese Jahreszeit. "Wir gehen davon aus, dass die Dürre in den kommenden Monaten mit dem auslaufenden El Niño endet", sagt er.

 

Der brasilianische Amazonas-Regenwald hat seit Beginn des Jahres dafür aber ein anderes Problem dazu bekommen: Die Umweltbehörden haben ihre Feldeinsätze aus Protest gestoppt. Sowohl die Mitarbeitenden der Umweltschutzbehörde IBAMA als auch des Instituts für Biodiversitäts-Konservation Chico Mendes fordern mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Arbeitskräfte. Unter dem Streik leidet die Prävention gegen Waldbrände, und auch Umweltverbrechen werden nicht geahndet.

Unter dem früheren rechtsextremen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro waren die Finanzmittel der beiden Behörden stark gekürzt worden. Der amtierende linksgerichtete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva verspricht "Null Abholzung" bis 2030 und Investitionen in den Umweltschutz. Dafür hat er im vergangenen Jahr die Löhne der Arbeiter um neun Prozent erhöht - angesichts von Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten, sei das aber höchstes ein Tropfen auf dem heißen Stein, argumentieren die Umweltbehörden.

Mehr zu Klimawandel Jahrhundert-Dürre im Regenwald Amazonas-Region ist zu heiß und zu trockenDer Amazonas-Regenwald nimmt jedes Jahr Milliarden Tonnen klimaschädliches CO2 aus der Atmosphäre auf. Rodungen und Waldbrände gefährden das Ökosystem - und nun kommt noch eine Dürre hinzu. Blogbeitrag von mission.de Die Zukunft ist grün-blauIst unser Planet noch zu retten oder ist es bereits zu spät? Auch kleine Schritte können in Umweltdingen Großes bewirken. Davon ist Teofilus Nathanel überzeugt. Amazonas Dürre Klimawandel

"Brot für die Welt" dringt auf gerechte Weltwirtschaft

25. Februar 2024 - 10:23
"Brot für die Welt" dringt auf gerechte Weltwirtschaft evde_m_admin So., 25.02.2024 - 10:23

Berlin (epd). „Brot für die Welt“ mahnt konkrete Vorschläge zur gerechteren Gestaltung der Weltwirtschaft an. „Seit über 20 Jahren fordern Entwicklungsländer, dass ihre Interessen stärker von den Industriestaaten berücksichtigt werden. Das gilt besonders für den Marktzugang und Marktschutz im Agrarsektor“, sagte Francisco Marí, Referent für Agrarhandel und Meerespolitik bei „Brot für die Welt“ am Sonntag zu einer am Montag beginnenden Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Abu Dhabi. Stattdessen schützten die EU und die USA ihre eigenen Märkte mit Subventionen.

„Andersherum sollen afrikanische Staaten ihre Märkte offenhalten - etwa für Agrarüberschüsse aus der EU. Diese Doppelzüngigkeit muss beendet werden“, forderte Marí für die von der evangelischen Kirche getragene Hilfsorganisation.

Um neue Wirtschaftszweige besser aufbauen zu können, sollte es Entwicklungsländern nach Ansicht von „Brot für die Welt“ erlaubt werden, umfangreicher als bisher industriepolitische Maßnahmen wie die Einführung von Industriezöllen und Exportsteuern zu ergreifen. Die EU wiederum müsse ihre Märkte für Exporte aus Entwicklungsländern offenhalten. Die WTO-Ministerkonferenz berät von Montag bis Donnerstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Weiter Streit um Regelungen zur Bezahlkarte für Asylbewerber

25. Februar 2024 - 10:15
Weiter Streit um Regelungen zur Bezahlkarte für Asylbewerber evde_m_admin So., 25.02.2024 - 10:15 Bund und Länder schieben sich beim Streit um eine bundesweit einheitliche Bezahlkarte für Asylbewerber den Schwarzen Peter zu. Die Kommunen mahnen an, Vereinbarungen einzuhalten und zügig umzusetzen.

Frankfurt a.M. (epd). Der Streit um Wege zu einer bundesweit einheitlichen Bezahlkarte für Asylbewerber dauert an. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) sieht die Bundesländer am Zug, der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte am Wochenende einmal mehr eine Gesetzgebung des Bundes. Diese halten die Grünen als Teil der Ampel-Koalition indes nicht für notwendig. Der Städte- und Gemeindebund mahnte zu einer zügigen Umsetzung der Beschlüsse aus dem vergangenen Jahr.

Bundestagspräsidentin Bas sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag): „Die Länder haben sich darauf geeinigt, die Bezahlkarte einzuführen und sollten ihren Beschluss jetzt auch so umsetzen.“ Haseloff indes sagte der „Welt am Sonntag“: „Der Bund muss handeln, alles andere wird uns nicht helfen.“ Dazu habe es Zusagen aus dem Kanzleramt gegeben.

Der CDU-Politiker warnte, ohne eine bundeseinheitliche Regelung würden Asylbewerber anstreben, innerhalb Deutschlands den Kreis zu wechseln. Auch sei ohne eine einheitliche Bundesgesetzgebung die Gefahr groß, „dass uns bei Klagen die Gerichte unsere jeweiligen Regelungen kassieren“.

Bund und Länder hatten im November vereinbart, dass eine möglichst einheitliche Bezahlkarte für Flüchtlinge eingeführt werden soll. Der Bund hatte dabei zugesagt, Gesetze zu ändern, wenn dies notwendig ist. Darüber gibt es nun unterschiedliche Auffassungen.

Die Länder dringen auf Änderungen im Asylbewerbergesetz. Sie wollen, dass künftig die Bezahlkarte ausdrücklich im Gesetz genannt wird, gleichzeitig aber auch Regelungen, die die Ausgabe der beschränkenden Karte an diejenigen ermöglicht, die heute bevorzugt Geldleistungen erhalten, etwa Menschen, die außerhalb von Gemeinschaftsunterkünften oder schon lange in Deutschland leben. Die Grünen halten eine Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes nicht für notwendig, weil einzelne Kommunen bereits heute eine Bezahlkarte nutzen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund dringt indes auf eine zügige Einführung der Bezahlkarte bundesweit. Hauptgeschäftsführer André Berghegger sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Sonntag): „Die Vereinbarung muss umgesetzt werden, die Karte muss dieses Jahr kommen. Im März müssen die Kriterien stehen, danach die Ausschreibung erfolgen und dann im Sommer bis Herbst die Karte flächendeckend ausgegeben werden.“

Berghegger, der bis Jahresende 2023 dem Bundestag als CDU-Abgeordneter angehörte, sagte: „Es versteht doch in der Bevölkerung niemand mehr, wenn getroffene Vereinbarungen nicht eingehalten werden.“ Seiner Ansicht nach ist die Bezahlkarte „Teil der Lösung, wie Deutschland Migration besser steuern, ordnen und begrenzen kann“. Es sei wichtig, dass die Bezahlkarte bundesweit einheitlich ausgestaltet wird, auch wenn Bayern und Mecklenburg-Vorpommern bereits erklärt haben, sich an einer bundesweiten Ausschreibung nicht zu beteiligen.

Die Karte müsse zudem erweiterbar sein. „Ich halte es für sinnvoll, wenn auf der Karte beispielsweise die Identität des Besitzers samt Aufenthaltsstatus hinterlegt ist und ausgelesen werden kann. Auch der Bildungsabschluss könnte gespeichert werden“, sagte Berghegger, der seit Jahresbeginn für den Städte- und Gemeindebund tätig ist. Das würde die Arbeit in den Behörden erleichtern.

In Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg soll im März ein Testlauf für die Einführung einer Bezahlkarte starten. Der Test solle zunächst mit 1.000 Bezahlkarten beginnen, teilte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) am Samstag in Magdeburg mit. „Die dabei gewonnenen praktischen Erfahrungen werden dem Land und allen Landkreisen und kreisfreien Städten bei der landesweiten Einführung der Bezahlkarte zugutekommen“, fügte die Ministerin hinzu.

Nachlass von DDR-Fernsehkoch Drummer an Archiv übergeben

25. Februar 2024 - 9:59
Nachlass von DDR-Fernsehkoch Drummer an Archiv übergeben evde_m_admin So., 25.02.2024 - 09:59

Dresden (epd). Das Deutsche Archiv der Kulinarik hat den Nachlass des im Jahr 2000 verstorbenen DDR-Fernsehkochs Kurt Drummer übernommen. Übergeben wurden die ersten Gegenstände am Samstag vom Köcheverein Chemnitz, wie die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden mitteilte, zu der das Archiv der Kulinarik gehört.

Drummer war als Fernsehkoch in der DDR eine Institution. Mit seinen Fernsehauftritten und Kochbüchern prägte er nachhaltig die ostdeutsche Esskultur. Er hinterließ ein großes Archiv an Rezepten, zudem internationale Auszeichnungen und Medaillen, persönliche Dokumente, Fotoalben und auch eine eigens für das Schwarz-Weiß-Fernsehen angefertigte gelbe Kochmütze.

Drummer wurde 1928 in Gornsdorf (Erzgebirge) geboren und war seit August 1958 im Fernsehen zu sehen. „Der Fernsehkoch empfiehlt“ lief über 25 Jahre im DDR-Fernsehen. Zwischen Mai 1958 und August 1983 produzierte er 650 Folgen der Sendung, in denen er mehr als 2.000 Gerichte vorstellte.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik war Drummer zudem als Koch der DDR-Mannschaft engagiert. Im Jahr 1986 erhielt er die Auszeichnung „Meisterkoch der internationalen Klasse“- Als Küchenchef war er ferner bis 1990 für die Interhotel-Kette verantwortlich. Im Jahr 2000 starb er im Alter von 72 Jahren.

Hilfsorganisation: Huthi-Angriffe im Roten Meer gefährden Sudan-Hilfe

25. Februar 2024 - 6:45
Hilfsorganisation: Huthi-Angriffe im Roten Meer gefährden Sudan-Hilfe evde_m_admin So., 25.02.2024 - 06:45

Frankfurt a.M., Port Sudan (epd). Die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Frachtschiffe im Roten Meer gefährden laut dem International Rescue Committee (IRC) die humanitäre Hilfe im Sudan. Wegen der Nutzung alternativer Routen seien die Kosten gestiegen und Lieferungen länger unterwegs, sagte die Sudan-Landesdirektorin der Hilfsorganisation, Eatizaz Yousif, dem Evangelischen Pressedienst (epd). In dem afrikanischen Land sind infolge andauernder Kämpfe Millionen von Menschen auf der Flucht und auf Unterstützung angewiesen.

Aufgrund der Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz meiden viele Logistikunternehmen die wichtige Handelsroute durch die Meerenge von Bab al-Mandab, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Die Meerenge zwischen dem Jemen und Dschibuti sei auch für die humanitäre Hilfe im Sudan und andere Länder am Horn von Afrika wichtig gewesen, sagte Yousif.

Die vom Iran unterstützten Huthi kämpfen seit Jahren im Bürgerkrieg im Jemen gegen die dortige Regierung. Im Zuge des Nahost-Krieges hatten sie mit ihren Angriffen auf Frachtschiffe im Roten Meer begonnen. Sie wollen damit ein Ende der israelischen Militäroffensive im Gaza-Streifen erreichen.

Hilfsgüter gelangen laut Yousif nun über mehrere Ausweichrouten in den Sudan. Sie würden etwa in Häfen der Vereinigten Arabischen Emirate ausgeschifft, nach Saudi-Arabien transportiert und von dort über das Meer gefahren. Zudem werde humanitäre Hilfe aus Kenia eingeflogen oder über den Landweg aus Ägypten und dem Tschad transportiert. Das Ausweichen auf diese Alternativen mache die Einsätze sehr teuer, sagte sie. Lieferungen, die früher vor zwei Wochen vor Ort waren, „benötigen jetzt Monate, um uns zu erreichen“.

Die Vereinten Nationen sprechen mit Blick auf den Krieg im Sudan von der derzeit größten Vertreibungskrise weltweit. Vor rund zehn Monaten war ein Machtkampf zwischen der Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) eskaliert. Nach UN-Angaben sind fast 18 Millionen Menschen von akutem Hunger bedroht. Die Hilfe in der Region ist zugleich stark unterfinanziert. Laut UN-Welternährungsprogramm droht in den kommenden sechs Monaten eine Finanzierungslücke von 300 Millionen US-Dollar.

Das International Rescue Committee ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation. Im Sudan ist sie unter anderem in der Gesundheitsversorgung tätig.

Mose richtet die eherne Schlange auf

25. Februar 2024 - 5:00
Mose richtet die eherne Schlange auf GEPCORE_EVDE_SYNC So., 25.02.2024 - 05:00 getty-Image/iStockphoto/Tomasz Dutkiewicz Ohrenweide Podcast (4. Mose 21,4–9) Bibel Ohrenweide Folge 1420. Helge Heynold liest: Mose richtet die eherne Schlange auf (4. Mose 21,4–9) aus der Lutherbibel von 2017 aus der Lutherbibel von 2017, den Predigttext für den heutigen Sonntag Reminiszere.

Seit April 2020 erscheint täglich die Ohrenweide. In mittlerweile über 1000 Folgen werden an dieser Stelle täglich kleine Hörgeschenk zum Innehalten, Nachdenken und Hoffnung schöpfen angeboten.

Helge Heynold Helge Heynold studierte Schauspiel und spielte eine Zeit lang Theater, bevor er zum Hessischen Rundfunk wechselte. Dort war er über 40 Jahre als Redakteur, Regisseur und bald auch als Sprecher tätig. Als solcher hatte er Auftritte mit Solo-Musikern, Orchestern und Chören und las CDs ein. Seit vielen Jahren ist er zudem als Vorleser auf diversen Bühnen unterwegs - mit Lyrik, Geschichten und auch kompletten Romanen. 

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit unseren kleinen Ausflügen auf die Ohrenweide. Ab diesem Jahr sind unsere Inhalte noch etwas abwechslungsreicher. So werden wir zum Beispiel häufiger zeitgenössische Lyrik präsentieren. Der Schauspieler, Radio- und Hörbuchsprecher Helge Heynold sucht weiterhin zusammen mit der evangelisch.de-Redaktion die Texte aus und liest sie seinem eigens eingerichteten Heimstudio ein.

Privat Helge Heynold zu Beginn der Corona-Epidemie in seinem improvisierten Dachkammerstudio

Den Ohrenweide-Podcast gibt es auch zum Abonnieren auf Podigee und überall, wo es Podcasts gibt.

Mit feundlicher Genehmigung der Deutschen Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Bibel Ohrenweide Podcast Predigt Reminiscere

TV-Tipp: "Polizeiruf 110: Diebe"

25. Februar 2024 - 4:45
TV-Tipp: "Polizeiruf 110: Diebe" GEPCORE_EVDE_SYNC So., 25.02.2024 - 04:45 Getty Images/iStockphoto/vicnt 25. Februar, ARD, 20.15 Uhr Der Prolog mit seinen bunt schillernden Seifenblasen setzt die Stimmung für diesen vierten Krimi mit dem immer noch ungewohnten Ermittler-Gespann König/Böwe.

Die Handlung ist von deprimierender Tristesse, aber Regisseur Andreas Herzog hat seinem Film gemeinsam mit Kamera und Szenenbild eine Farbenfreude verliehen, die in krassem Kontrast zum erzählten Drama steht: Mascha Kovicz ist heroinabhängig und hat einen einträglichen Weg gefunden, um ihre Sucht zu finanzieren. Während sie auf der Tanzfläche einen Mann ablenkt, leert ihre kleine Tochter Holli sein Portemonnaie. Als die beiden auf dem Weg zu ihrer Unterkunft in ein Haus einsteigen, entdecken sie die Leiche einer alten Frau. Verständlicherweise ruft Mascha nicht die Polizei; stattdessen bringt sie ihr eigenes Leben ebenfalls in Gefahr.

Herzog gehört spätestens seit dem ARD-Mehrteiler "Die Toten von Marnow" hierzulande zu den Besten im Krimifach. Der frühere Schnittmeister hat auch den letzten Film mit dem Duo Anneke Kim Sarnau und Lina Beckmann ("Nur Gespenster", 2023) gedreht; hier wie dort war Marcus Kanter für die Bildgestaltung verantwortlich. Schon allein der Auftakt ist pure Kunst: Die ersten Bilder zeigen Mutter und Tochter kuschelnd im Refugium einer Gartenlaube, doch das Licht ist grau mit leichtem Grünstich und die Atmosphäre daher alles andere als heimelig. Die Kneipe, in der Holli in großer Menge Seifenblasen produziert, ist in barbiehaftes Rosarot getaucht, das jedoch umgehend dem  düsteren Anfangslicht weicht, als sich Mascha auf dem Klo einen Schuss setzt.

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Das Maskenbild lässt Meira Durand ohnehin wie eine wandelnde Tote wirken. 
Die kräftige Kolorierung prägt auch den zweiten Erzählstrang, der mitunter allerdings zu weitschweifig ist. Das Drehbuch von Elke Schuch führt fort, was ihre Kollegin Astrid Ströher im letzten Film begonnen hat: Katrin König muss sich an ihrem Erzeuger abarbeiten. Die abweisende Reaktion der ohnehin kühl kontrollierten Kommissarin auf das Wiedersehen ist verständlich, ihr Vater (Wolfgang Michael) hat es vierzig Jahre lang nicht für nötig befunden, ein Lebenszeichen von sich zu geben, und dass er sich nun wie ein Stalker verhält, macht die Sache nicht besser. Allerdings kommt die Handlung auf dieser Ebene gerade gemessen an der Ausführlichkeit, mit der Herzog sie erzählt, kaum von der Stelle, zumal sich die Auseinandersetzungen wiederholen: Er will Nähe, sie will Abstand. Dass Melly Böwe ihr gut zuredet, sich mit dem Alten zu versöhnen, macht die Sache aus Königs Sicht nicht besser. Die Findungsphase der beiden gegensätzlichen Frauen ist immer noch nicht abgeschlossen; die entsprechenden Szenen sind weitaus interessanter als der Vater/Tochter-Konflikt.

Uneins sind sich die Kolleginnen auch beim Umgang mit Mascha: Böwe setzt auf Verständnis, König will auf die harte Tour rauskriegen, was die Junkiefrau über das Ableben von Vera Bödecke weiß. Der Tod der alten Frau ist zwar als Haushaltsunfall inszeniert worden, aber sie wurde zweifelsfrei erstickt, und zwar mit einem Kissen, wie Mascha weiß; das war jedoch verschwunden, als die Polizei am Tatort erschien. Hauptverdächtig ist zunächst der deutlich jüngere Witwer, doch Konrad Bödecke bringt einen Wohlfahrtsverband für Seniorenpflege ins Spiel: Er hat die Ersparnisse seiner Frau hinter ihrem Rücken in einen Immobilienfonds der Organisation investiert. Weil Vera, früher Wirtschaftsjournalistin, Nachforschungen angestellt hat, was mit dem Geld passiert, sei sie zum Schweigen gebracht worden. Tatsächlich stößt Böwes Kollege Thiesler (Josef Heynert) auf Ungereimtheiten, aber der neue Staatsanwalt (Maximilian Dirr) überzeugt ihn, dass an den Behauptungen nichts dran ist. 

Autorin Schuch hat ohnehin dafür gesorgt, dass Thiesler und Pöschel (Andreas Guenther) diesmal wieder mehr zu tun haben und nicht bloß an ihren Schreibtischen sitzen; das tut dem Film eindeutig gut. Neben der wie stets vorzüglichen Musik von Chris Bremus sorgen sorgsam ausgewählte Popsongs für Handlungskommentare; zu Beginn in der Kneipe erklingt "Eisbär" in der kühlen Version von Prada Meinhoff. Die Textzeile "Eisbären müssen nie weinen" bezieht sich allerdings nicht auf Mascha, sondern wie der Filmtitel "Diebe" auf die Finanzwelt, die Fantasie-Renditen verspricht und sich keinen Deut um die Schicksale ihrer Kundschaft schert. Die tragische Figur der Geschichte ist jedoch die ambivalente Mascha: einerseits Junkie, andererseits liebende Mutter, die Holli eine Art Villa Kunterbunt geschaffen hat und sich todesmutig in die Höhle des Löwen begibt, um sich und dem Kind eine bessere Zukunft zu erpressen. 

Mehr zu TV-Tipp 25. Februar, ARD, 20.15 Uhr TV-Tipp: "Polizeiruf 110: Diebe"Der Prolog mit seinen bunt schillernden Seifenblasen setzt die Stimmung für diesen vierten Krimi mit dem immer noch ungewohnten Gespann König/Böwe. 24. Februar, ARD, 20.15 Uhr TV-Tipp: "Zielfahnder: Polarjagd"Ähnlich wie das Angeln ist auch die Jagd eine Übung in Geduld. Deshalb war der zweite "Zielfahnder"-Film, "Blutiger Tango" (2019), nur mäßig fesselnd. Fernsehen TV-Tipp

Neues Kuzio-Kirchenfenster

25. Februar 2024 - 4:45
Neues Kuzio-Kirchenfenster GEPCORE_EVDE_SYNC So., 25.02.2024 - 04:45 epd, Thomas Heckmann Das Pfingstfenster ist das größte Fenster der Neugestaltung. Ulmer Münster Am Samstag wurde in der größten evangelischen Kirche Deutschlands ein neues Fenster eingeweiht. Die 14,50 Meter hohe und 2,50 Meter breite Glasmalerei zum Thema "Pfingsten" ersetzt die Notverglasung eines 1944 durch Bomben zerstörten Fensters.

 Das Ulmer Münster hat ein weiteres Kunstwerk. Der Glaskünstler Thomas Kuzio sagte, er habe die bildliche Umsetzung von Pfingsten für sein neues Fenster gewählt, weil das Geschehen an diesem Fest eine zentrale Bedeutung für Christen habe.

Das Pfingstfenster im nördlichen Kirchenschiff liege direkt im Blickfeld der Kanzel und sei dadurch ein "Geschenk für die Gottesdienstgemeinde", sagte die Ulmer Regionalbischöfin Gabriele Wulz. Der Ulmer Dekan Torsten Krannich sieht das Fenster als einen wichtigen Schritt zur Vervollständigung des Münsters, das als Tourismusmagnet von rund einer Million Menschen im Jahr besucht wird.
Das neue Kirchenfenster wurde durch eine Spende des Ulmers Siegfried Wacker in Höhe von 410.000 Euro realisiert. Wie ein Sohn des Stifters sichtlich bewegt sagte, wollte sein Vater die Verbundenheit der Ulmer mit ihrem Münster ausdrücken. Ein Grund sei auch dessen Wiedereintritt in die evangelische Kirche gewesen.

Das Pfingstfenster steht in einem Zyklus des Glaskünstlers Kuzio aus Sommerdorf in Mecklenburg, der viele Fenster in bedeutenden deutschen Kirchen gestaltet hat: Von Kuzio stammen im Seitenschiff des Ulmer Münsters bereits die Fenster "Weltbetrachtung", "Lichtwerdung", "Paradiesgarten" und "Baum des Lebens". Auch diese Kunstwerke, die wie das neue Fenster von der Glaswerkstatt Sander in Paderborn produziert wurden, sind aus Einzelspenden finanziert. Bereits in Arbeit ist laut Dekan Krannich ein neues Glaskunstwerk mit dem Titel "Gnade", das ebenfalls die Notverglasung eines im Krieg zerstörten Fensters der historischen Kirche ersetzen soll.

Mehr zu Kirchengebäude Feuerwehr verhinderte Schlimmeres Brandanschlag auf Kirche in Halle verübtAuf die Lutherkirche in Halle ist ein Brandanschlag verübt worden. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, legten unbekannte Täter am Dienstagabend einen Brandbeschleuniger vor der hölzernen Eingangstür ab und zündeten den an. Erfurter Lutherstätte Umbaupläne für Augustinerkirche ernten KritikDie Erfurter Augustinerkirche zählt zu den wichtigsten Lutherstätten in Deutschland. Kritiker eines geplanten Umbaus bemängeln, damit würden geschichtliche und baukünstlerische Informationen zerstört. christliche Kunst Ulmer Münster

"Bibliotheken sind Korrektiv zu Fakes"

25. Februar 2024 - 4:45
"Bibliotheken sind Korrektiv zu Fakes" GEPCORE_EVDE_SYNC So., 25.02.2024 - 04:45 Eliza Craciunescu/Pexels In Büchern bleibt Wissen für die Nachwelt erhalten. Theologe Peter Busch Der neue Leiter der Bibliotheks- und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer, Peter Busch, appelliert, Bibliotheken als Orte der sicheren Wissensvermittlung zu erhalten. In einer Zeit des digitalen Wandels könne auf die auf Papier gedruckten Informationen - Bücher und andere Dokumente - nicht verzichtet werden, sagte der 58-jährige Theologe im Gespräch.

Um "Fakes", falsche Informationen, zu erkennen, seien Bibliotheken und deren beratende Mitarbeitende "ein Korrektiv". Bibliotheken als oft Jahrhunderte alte "Sammlungen von Wissen" verlagerten sich zunehmend in das Internet, sagte Busch, der außerplanmäßiger Professor für Neues Testament an der Universität Heidelberg ist. Die Künstliche Intelligenz (KI) biete bei der Textproduktion zwar viele Vorteile. Doch werde es durch deren Einsatz in Medien immer schwieriger, Wahres von Unwahrem zu unterscheiden, sagte der Theologe und Sprachwissenschaftler.

Um den Kanon gesicherten Wissens, "das menschliche Gedächtnis", auch vor KI-generierten Falschinformationen zu schützen, sei mehr Medienkompetenz nötig. Diese könnten Bibliotheken fördern, sagte Busch, der zuletzt das Predigerseminar in Landau leitete. Auch die Medienzentrale als theologische Spezialbibliothek digitalisiere sich stärker, um etwa Recherchemöglichkeiten für Nutzerinnen und Nutzer zu verbessern. Zugleich werde ein Bestand an analogen Medien weiter vorgehalten. "Wir brauchen das Analoge in der Umbruchszeit", sagte Busch.

Die Existenz der Medienzentrale sieht Busch trotz des Spardrucks im Zuge des Priorisierungsprozesses der Pfälzer Kirche nicht infrage gestellt. Eine zentrale Aufgabe des Protestantismus sei es, zur allgemeinen Bildung beizutragen, besonders im schulischen Religionsunterricht. Die Medienzentrale, zu der das Religionspädagogische Zentrum Speyer gehört, diene Menschen im Bereich der Landeskirche konfessionsübergreifend mit Literatur, Medien und Informationen über Theologie, Kirche und die Welt.

epd/BMZ/mw Peter Busch ist Leiter der Bibliotheks- und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer.

Die Medienzentrale werde sich weiter mit regionalen Bibliotheken vernetzen und ergänzen und sei offen für alle Interessierte, betonte der frühere Schulpfarrer Busch. Gemeinsam mit den anderen fünf religionspädagogischen Zentren der Landeskirche sei sie eine Anlaufstelle besonders für Religionslehrerinnen und -lehrer sowie für Theologiestudierende.

Mehr zu Wissen Podcast Family Fatal Hugo und Philo im QuizduellIn einem Quiz, bei dem Intelligenz, Risikobereitschaft und ein gutes Gedächtnis gefragt sind, stellen die Brüder ihr Können unter Beweis. Klimaschutz und Kirche Hirschhausen fordert: Kirche! Tu was!"Wir müssen das Klima retten" – das sagen viele. Dabei müssen wir uns Menschen retten, unsere Lebensgrundlagen, schreibt Eckart von Hirschhausen. Er will, dass die Kirche sich an die Spitze der Bewegung setzt.

Ausstellungstipp:

In der Bibliotheks- und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz ist noch bis 1. März eine Wanderausstellung mit digitalem Begleitprogramm über die Lehrerin, Pfarrfrau und Friedensaktivistin Else Niemöller (1890-1961) zu sehen. Dazu gibt es ein Themenheft als Download. Zum Thema 500 Jahre Evangelisches Gesangbuch ist in der zweiten Jahreshälfte eine Ausstellung mit einem "digitalen Begleitprogramm" geplant. Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr sowie montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr.

Bibliothek Fake News Theologie

Gottes Schöpfung wertschätzen!

25. Februar 2024 - 4:45
Gottes Schöpfung wertschätzen! GEPCORE_EVDE_SYNC So., 25.02.2024 - 04:45 Youtube Miri alias Miriam Hackländer ist die neue Moderatorin vom Youtube Kanal "Hier". "Hier" auf YouTube Die neue Moderatorin des "Hier"-Kanals stellt sich vor: Miri alias Miriam Hackländer!

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Moderatorin Youtube

Roger Daltrey von "The Who" wird 80

25. Februar 2024 - 4:45
Roger Daltrey von "The Who" wird 80 GEPCORE_EVDE_SYNC So., 25.02.2024 - 04:45 Carsten Koall/dpa Sänger Roger Daltrey, Schlagzeuger Zak Starkey und Pete Townshend, Gitarrist der Band The Who, spielten im Juni 2023 das Konzert "The Who with Orchestra - Hits Back!" auf der Berliner Waldbühne. Wütender Aufschrei der Jugend "Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde": Roger Daltrey hat als Sänger von "The Who" das Urbild des charismatischen Rocksängers geprägt. Bis heute steht er auf der Bühne.

Er gab dem Frust und der Wut junger Leute eine Stimme. "Warum geht ihr nicht einfach ein", brüllte Roger Daltrey in dem Song "My Generation" (1965) den Alten mit einem Stottern entgegen. Sie würden die Jugend klein halten und sie nicht ernst nehmen. Und dann die ikonische Zeile: "Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde." Am 1. März feiert der britische Sänger und Gründer von "The Who" den runden Geburtstag.

Daltrey ist einer der letzten großen Frontmänner des Rock. Seine Band "The Who" war - nach den Beatles, den Rolling Stones und den Kinks - die viertgrößte britische Rockband der wilden 1960er Jahre. Ihr erster und größter Hit "My Generation" beschrieb das Lebensgefühl der verstörten Nachkriegsgeneration und lieferte zugleich den Soundtrack für den ewigen Generationenkonflikt zwischen Alt und Jung. "Was für ein genialer Song", lobte sich Daltrey in einem Interview mit einem britischen Fernsehsender vor einiger Zeit selbst. Er sei auch heute und in Zukunft die Hymne aller Generationen, die sich erst ihren Platz in der Gesellschaft erkämpfen müssten.

Roger Daltrey kam 1944 in einem West-Londoner Arbeiterviertel zur Welt. Der aufmüpfige Teenager flog von der Schule, arbeitete als Metallarbeiter und wollte wie sein Idol Elvis Presley ein Rock'n'Roll-Star werden. 1959 gründete der Sänger mit den stechend blauen Augen seine erste Band. Die "Detours" spielten wie viele junge britische Gruppen zu dieser Zeit den amerikanischen Blues und Rock'n'Roll. 1961 und 1962 stiegen seine Schulfreunde John Entwistle (Bass) und Pete Townshend (Gitarre) in die Formation ein. Unter dem Namen "The High Numbers" wurde sie zu einer Kultband der "Mods", einer kurzlebigen Subkultur. Deren piekfein gekleidete Mitglieder brausten auf Motorrollern umher.

1964 stieg der durchgeknallte Schlagzeuger Keith Moon in die Band ein - die "Who" waren geboren. Ihren brachialen Lärm stilisierte das Quartett nun als selbstzerstörerischen "Art Rock": Auf der Bühne zelebrierten die Musiker das Chaos, zerschlugen ihre Instrumente. Daltrey schwang dazu sein Mikrofon wie ein Lasso in der Luft und fing es wieder auf. Der Kunststudent Pete Townshend war der kreative Kopf der Band. Der Gitarrist komponierte epische Songs, die sein labiles Seelenleben reflektierten.

"Thommy", die Rolle seines Lebens

Für eine ganze Reihe von Single-Hits lieferte Daltrey zwischen 1965 und 1968 seine raue Powerstimme - als Bandleader geriet er jedoch gegenüber Townshend ins Hintertreffen. "I can't explain", "Substitute", "The kids are alright" - und "My Generation": "The Who" waren top, doch Daltrey, der im Streit gerne die Fäuste einsetzte, drohte der Rauswurf.

In der Figur des "Tommy" fand er die Rolle seines Lebens, das gleichnamige Doppelalbum (1969) aus der Feder von Townshend wurde 1975 erfolgreich verfilmt. In dieser ersten Rockoper überhaupt schlüpfte der Sänger in die Rolle eines Jugendlichen, der nach einem Missbrauch taub, stumm und blind ist. Doch Tommy setzt sich gegen die gewalttätige Welt durch, wird als Flipperkönig ("Pinball Wizard") ein Jugendidol.

"Woodstock" machte ihn zur Ikone

Beim "Woodstock"-Festival im Jahr 1969 in den USA sang Daltrey Passagen aus "Tommy". Die Filmaufnahmen des blondlockigen Daltrey, der sich mit nackter Brust und Fransenjacke die Seele aus dem Leib singt, sind ikonisch. Daltrey wurde zum Urbild des charismatischen Rocksängers.

Seine stärkste Leistung präsentierte er 1971 auf dem "Who"-Album "Who's Next": Zeitlos sind Songs wie "Baba O'Riley", "Behind blue eyes" und "Won’t get fooled again". Der aggressive Gitarrenrock mit sozialkritischen Texten nahm auch die folgende Punk- und Hardrock-Welle vorweg.

Neben den "Who", die sich zwischen 1983 und 1999 auflösten, veröffentlichte Daltrey auch beachtliche Soloalben. Auf seinem letzten, "As long as I have you" (2018), ging er zurück zu seinen Wurzeln im Blues und Rock'n'Roll. Auch spielte er Nebenrollen in US-amerikanischen Fernseh-Serien. Karitativ engagiert sich Daltrey seit vielen Jahren für krebskranke Kinder.

Nach dem Drogentod von Keith Moon (1978) und John Entwistle (2002) nahmen die verbliebenen "The Who"-Urmitglieder Townshend und Daltrey mit Begleitmusikern weitere Alben auf. Und sie gehen bis heute auf Tour. Zuletzt spielten die Briten vergangenes Jahr mit dem Filmorchester Babelsberg auf der Berliner Waldbühne.

Seit mehr als 50 Jahren lebt Roger Daltrey ganz bodenständig mit seiner zweiten Ehefrau Heather auf seiner Farm außerhalb Londons. Anzeichen, dass er die große Bühne räumen könnte, gibt es nicht. Daltreys Stimme klingt erstaunlich frisch - und auch sein Mikrofon lässt er noch immer kreisen.

Mehr zu Musik Wütender Aufschrei der Jugend Roger Daltrey von "The Who" wird 80"Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde": Roger Daltrey hat als Sänger von "The Who" das Urbild des charismatischen Rocksängers geprägt. Bis heute steht er auf der Bühne. Podcast Hooklines Oh Jonny!Nicht immer funktionieren Ideen, die man für neue Songs hat. Jonny und Andrei stecken mitten im Musikproduktionsmodus, finden aber trotzdem Zeit für ihre Neujahrsvorsätze. Und Jonny gesteht ein Geheimnis... Musical Musik Rock

Schaumburg-lippischer Bischof Manzke in den Ruhestand verabschiedet

24. Februar 2024 - 16:44
Schaumburg-lippischer Bischof Manzke in den Ruhestand verabschiedet evde_m_admin Sa., 24.02.2024 - 16:44

Bückeburg (epd). Mit einem festlichen Gottesdienst ist der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke am Samstag in Bückeburg in den Ruhestand verabschiedet worden. Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Ralf Meister aus Hannover, entpflichtete ihn offiziell von seinen Aufgaben. Der 66-jährige Manzke stand 14 Jahre lang an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe an der Grenze von Niedersachsen zu Nordrhein-Westfalen.

Meister dankte Manzke für seinen Dienst und hob Manzkes Wirken als lutherischer Catholica-Beauftragter hervor. Mit Leidenschaft habe er den öffentlichen Protestantismus repräsentiert, „und Erstaunliches auf die Beine gestellt“.

In seiner Abschiedspredigt dankte Manzke den Menschen im Schaumburger Land für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Zugleich hob er die Kraft des christlichen Glaubens hervor: „Wer glauben kann, ist in Verbindung mit einer Kraftquelle, die größer ist, als es die eigenen Kräfte und Begabungen hergeben.“

Manzke wandte sich gegen Perfektionszwänge im Blick auf Gesundheit, Beruf und Familie: Die Schönheit des Lebens liege in der Annahme der Endlichkeit. Zu dem Gottesdienst waren Gäste aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften in die Bückeburger Stadtkirche gekommen, unter ihnen Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs aus Hamburg.

Der promovierte Theologe Manzke war neben seinen Aufgaben in Niedersachsen auch auf Bundesebene tätig: als Catholica-Beauftragter der VELKD und als Beauftragter des Rates der EKD für die Seelsorge bei der Bundespolizei. Zu seinem Nachfolger im Bischofsamt wurde der bayerische Pfarrer Oliver Schuegraf gewählt, der bisher als Oberkirchenrat für das Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes in Hannover tätig ist.

Bundesregierung sagt Ukraine andauernde Unterstützung zu

24. Februar 2024 - 15:11
Bundesregierung sagt Ukraine andauernde Unterstützung zu evde_m_admin Sa., 24.02.2024 - 15:11 Deutschland werde die Ukraine "so lange wie nötig" unterstützen, bekräftigt Kanzler Scholz. Der ehemalige Bundespräsident Gauck und Berlins Regierender Bürgermeister Wegner dringen unterdessen auf die Lieferung des Taurus-Waffensystems.

Berlin (epd). Zwei Jahre nach dem russischen Angriff bekräftigt die Bundesregierung ihre anhaltende Unterstützung für die Ukraine. „Und zwar so lange wie nötig“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in der am Samstag veröffentlichten Ausgabe des Videoformats „Kanzler Kompakt“. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) schrieb in einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung (Samstag), wer behaupte, dass Waffenlieferungen den Krieg verlängern, spiele dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Hände.

Putin wolle keine Verhandlungen, kritisierte Baerbock: „Er will keinen Frieden - er will 'Eroberungen'. Das sagt er selbst.“

Scholz warf Russland warf vor, nicht nur die Ukraine anzugreifen, sondern die Friedensordnung Europas zu zerstören. „Dass man Grenzen nicht mit Gewalt ändert - dieser mühsam verhandelte Grundsatz - Moskau tritt ihn jeden Tag mit Füßen“, sagte er.

Vor zwei Jahren, am 24. Februar 2022, hatten russische Truppen das Nachbarland in einer großangelegten Operation überfallen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden seit Beginn der Invasion bis zum 7. Februar 2024 mehr als 10.000 Zivilisten getötet und knapp 20.000 verletzt.

In den Mittelpunkt seiner Videobotschaft stellte Scholz die Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben zur Stärkung der Bundeswehr. Er räumte ein, dass die „Bundeswehr über viele Jahre vernachlässigt wurde“. „Seit der Zeitenwende ist Schluss damit“, sagte er. Deutschland und Europa „tun mehr - und müssen noch mehr tun - damit wir uns wirksam verteidigen können“.

Deutschland investiere in diesem Jahr erstmals seit Jahrzehnten zwei Prozent seiner Wirtschaftsleistung in die Verteidigung. „Und dabei wird es auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten bleiben“, sagte der Kanzler.

Indes geht dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck die aktuelle konkrete deutsche Unterstützung für die Ukraine nicht weit genug. „Die Taurus-Marschflugkörper hätten wir längst liefern sollen“, sagte Gauck dem „Spiegel“. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verlangte am Samstag auf einer Kundgebung am Brandenburger Tor in der Hauptstadt die Lieferung des Taurus-Waffensystems an die Ukraine. Einen entsprechenden Unions-Antrag zur Lieferung der Marschflugkörper hatte der Bundestag in dieser Woche abgelehnt.

Rund 3.000 bis 4.000 Menschen demonstrierten am zweiten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine in Berlin gegen den Krieg und für eine stärkere Unterstützung des angegriffenen Landes. Auch anderorts in Deutschland fanden Demonstrationen, Kundgebungen und Friedensgebete statt.

Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch sagte in seinem „Wort des Bischofs“ auf der RBB-Hörfunkwelle 88,8, dass kein Tag vergehe, „der nicht neues Leid, neue Tote und Verletzte, neue Not im Kriegsgebiet“ mit sich bringe. Er nehme angesichts der Nachrichten aus der Ukraine eine große Ermüdung wahr, auch bei sich selbst. „Dabei müssen wir wach bleiben, nicht nur wegen der nach wie vor bedrohlichen russischen Aggression“, sagte er. Hilfe sei weiterhin und vielleicht dringender denn je nötig - „im Land selbst aber auch für die Menschen, die hier bei uns Zuflucht gesucht haben“.

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg (Grüne), warf Russland Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung vor. In seinem barbarischen Krieg bombardiere der russische Präsident Putin gezielt Geburtskliniken oder als Zufluchtsorte genutzte Theater, sagte Amtsberg am Samstag in Berlin. Familien würden auf der Flucht in ihren Autos zur Zielscheibe.

„Diese Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und massenhafte Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht sind zum unerträglichen Alltag für die Menschen in der Ukraine geworden“, sagte die Menschenrechtsbeauftragte. Gemeinsam arbeite Deutschland mit der Ukraine und weiteren Partnern an der Dokumentation, Aufklärung und strafrechtlichen Verfolgung dieser Verbrechen. Putin und sein Regime müssten zur Verantwortung gezogen werden.

Demonstration am Brandenburger Tor

24. Februar 2024 - 15:00
Demonstration am Brandenburger Tor GEPCORE_EVDE_SYNC Sa., 24.02.2024 - 15:00 Tomas Ragina/iStockphoto/Getty Images Seit zwei Jahren herrscht Krieg in der Ukraine. Gegen den Ukraine-Krieg Mehrere Tausend Menschen haben am zweiten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine in Berlin gegen den Krieg und für eine stärkere Unterstützung des angegriffenen Landes demonstriert. Am Brandenburger Tor versammelten sich nach Angaben der Polizei rund 3.000 bis 4.000 Menschen.

Zu der Kundgebung "Frieden verteidigen - Victory for Peace" hatte der deutsch-ukrainische Verein Vitsche aufgerufen. Unter den Rednern war auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammten selbst aus der Ukraine und führten blau-gelbe Nationalflaggen ihres Landes mit sich. In Sprechchören riefen sie etwa "Russia is a terrorism state" ("Russland ist ein Terrorstaat") und "Taurus jetzt". Auf mitgeführten Spruchbändern und Plakaten hieß es unter anderem "Stop Putin", "Russland bringt Tod" und "Mehr Waffen für die Ukraine".

Berlins Regierungschef Wegner verlangte auf der Kundgebung die Lieferung des Taurus-Waffensystems an die Ukraine. Einen entsprechenden Unions-Antrag zur Lieferung der Marschflugkörper hatte der Bundestag in dieser Woche abgelehnt.
Wegner versicherte, Berlin stehe "uneingeschränkt an der Seite der Ukrainerinnen und Ukrainer". Russlands Präsident Wladimir Putin wolle das Land vernichten und Sprache und Kultur auslöschen. "Das werden wir nicht zulassen", rief Wegner unter dem Beifall der versammelten Menschen.
Berlin hatte im vergangenen Jahr eine Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Hauptstadt Kiew geschlossen. In der deutschen Hauptstadt leben aktuell rund 50.000 Ukraine-Flüchtlinge.

Mit Kerzen zur russischen Botschaft

Mehrere Hundert Menschen zogen bereits am Freitagabend mit Kerzen vom Reichstagsgebäude durch das Brandenburger Tor zur russischen Botschaft Unter den Linden. Zu der Aktion aufgerufen hatte unter anderem die Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Russland hatte die Ukraine vor zwei Jahren, am 24. Februar 2022, überfallen.
An dem Mahngang nahm auch die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann teil. Sie setzte sich wie andere Redner für eine Stärkung diplomatischer Initiativen ein, statt nur über Waffenlieferungen zu reden. Auf Spruchbändern und Plakaten der Teilnehmenden war etwa zu lesen "Stoppt das Töten in der Ukraine - für Waffenstillstand, Verhandlungen und Rückzug des russischen Militärs" oder "Die Waffen nieder".

Mehr zu Ukraine 2. Jahrestag im Ukraine-Krieg EKD spricht sich für Friedensvermittlungen aus Käßmann zu Jahrestag "Nicht alle Ukrainer wollen an der Front kämpfen"Weil sie Waffenlieferungen in die Ukraine ablehnt, muss Margot Käßmann bis heute viel Gegenwind aushalten. Auch innerhalb der Kirche wurde die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche scharf angegriffen.   Demonstration Krieg Ukraine-Russland-Krise Margot Käßmann

Blau-gelbes Fahnenmeer am Brandenburger Tor

24. Februar 2024 - 14:18
Blau-gelbes Fahnenmeer am Brandenburger Tor evde_m_admin Sa., 24.02.2024 - 14:18

Berlin (epd). Mehrere Tausend Menschen haben am zweiten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine in Berlin gegen den Krieg und für eine stärkere Unterstützung des angegriffenen Landes demonstriert. Am Brandenburger Tor versammelten sich nach Angaben der Polizei rund 3.000 bis 4.000 Menschen. Zu der Kundgebung „Frieden verteidigen - Victory for Peace“ hatte der deutsch-ukrainische Verein Vitsche aufgerufen. Unter den Rednern war auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU).

Etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammten selbst aus der Ukraine und führten blau-gelbe Nationalflaggen ihres Landes mit sich. In Sprechchören riefen sie etwa „Russia is a terrorism state“ („Russland ist ein Terrorstaat“) und „Taurus jetzt“. Auf mitgeführten Spruchbändern und Plakaten hieß es unter anderem „Stop Putin“, „Russland bringt Tod“ und „Mehr Waffen für die Ukraine“.

Berlins Regierungschef Wegner verlangte auf der Kundgebung die Lieferung des Taurus-Waffensystems an die Ukraine. Einen entsprechenden Unions-Antrag zur Lieferung der Marschflugkörper hatte der Bundestag in dieser Woche abgelehnt.

Wegner versicherte, Berlin stehe „uneingeschränkt an der Seite der Ukrainerinnen und Ukrainer“. Russlands Präsident Wladimir Putin wolle das Land vernichten und Sprache und Kultur auslöschen. „Das werden wir nicht zulassen“, rief Wegner unter dem Beifall der versammelten Menschen.

Berlin hatte im vergangenen Jahr eine Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Hauptstadt Kiew geschlossen. In der deutschen Hauptstadt leben aktuell rund 50.000 Ukraine-Flüchtlinge.

Habeck legt Strategie zu CO2-Speicherung vor

24. Februar 2024 - 14:03
Habeck legt Strategie zu CO2-Speicherung vor evde_m_admin Sa., 24.02.2024 - 14:03

Berlin (epd). Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nimmt zum Erreichen der deutschen Klimaziele jetzt auch die umstrittene unterirdische Speicherung von Kohlendioxid-Emissionen konkret in den Blick. Am Montag werde Habeck Eckpunkte für eine Carbon-Management-Strategie und einen darauf basierenden Gesetzentwurf vorstellen, teilte sein Ministerium am Samstag in Berlin mit. Beide Dokumente gingen danach in die Ressortabstimmung innerhalb der Bundesregierung.

Mithilfe von „Carbon Capture and Storage“-Technologien, kurz CCS, soll Kohlendioxid aufgefangen, abgeschieden und unterirdisch gespeichert werden, bevor es in die Atmosphäre gelangt. Das Ministerium erläuterte dazu am Samstag, im Zentrum der deutschen Klimaschutzpolitik stehe die Vermeidung von Emissionen, bevor sie entstehen. Zugleich gebe es allerdings Emissionen in der Industrie, die nur sehr schwer oder gar nicht vermeidbar seien. Diese entstünden insbesondere bei der Herstellung von Zement und Kalk sowie dem Verbrennen von Abfällen.

„Um auch in diesen Feldern unsere Klimaziele erreichen zu können und zugleich unseren Industriestandort zu sichern, brauchen wird die Abscheidung, Speicherung und Nutzung von CO2“, erklärte das Ministerium. Deutschland hat das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu sein. Teil der geplanten Strategie sollen auch CCU-Verfahren („Carbon Capture and Utilization“) sein, bei denen das CO2 nicht unterirdisch abgespeichert wird, sondern für andere Produkte genutzt werden soll.

Bisher sind die Technologien in Deutschland nur zu Forschungszwecken erlaubt. Kritiker befürchten, dass sich durch eine CO2-Speicherung der Ausstieg aus fossilen Energien verzögert und nachfolgende Generation heute noch nicht absehbaren Gefahren ausgesetzt werden.

Gebete für den Frieden in der Ukraine

24. Februar 2024 - 12:30
Gebete für den Frieden in der Ukraine GEPCORE_EVDE_SYNC Sa., 24.02.2024 - 12:30 epd-bild/Heike Lyding Kirsten Fehrs, amtierende Ratsvorsitzende der EKD und Hamburger Bischöfin. Ökumenischer Gottesdienst In einem ökumenischen Gottesdienst in der Hamburger Hauptkirche St. Petri haben Christen am Sonnabend für den Frieden in der Ukraine gebetet. Die Ratsvorsitzende der EKD, Kirsten Fehrs, sprach den Menschen vor Ort ihren Respekt aus.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Hamburger Bischöfin, Kirsten Fehrs, erachtete es als legitim, dass die Ukraine sich gegen den russischen Angriff verteidigt. "Allzumal die Brutalität des russischen Regimes sich tagtäglich zeigt", erklärte sie. Sie sprach den Menschen, die seit zwei Jahren in der Ukraine im Krieg leben, ihren Respekt aus. "Wie viel Kraft muss es kosten, Mensch zu bleiben? Zu lieben, zu hoffen?", sagte sie. Ihr Mitgefühl umfasse ebenso die Frauen, die mit ihren Kindern fliehen mussten und nun schon monatelang in einem fremden Land leben.

Zugleich bedrücke sie es, dass es in Deutschland Stimmen gäbe, die es den Geflüchteten zusätzlich schwer machten. Es gebe Menschen, die die Ukrainer bezichtigten, ihnen ihr Geld wegzunehmen. Das sei sachlich falsch, da viele Ukrainerinnen, die mit Kindern 80 Prozent der Geflüchteten in Deutschland bildeten, als Fach- und Arbeitskräfte arbeiteten. "Zudem widerspricht eine solche Haltung allem, was wir als Christenmenschen glauben", sagte Fehrs.

Der katholische Erzbischof Stefan Heße rief in seiner Ansprache dazu auf, die Hoffnung auf den Frieden niemals aufzugeben.Erzbischof Heße erklärte, jeden Tag den Krieg erleben zu müssen, ob in der Ukraine selbst oder als Angehörige in Deutschland, zehre an den Menschen und ihren Kräften.

Hinter den Kulissen gebe es vielfältige diplomatische Versuche, die Parteien zusammenzuführen und Wege zu einem Frieden zu finden. "Überlassen wir uns daher nicht der Gleichgültigkeit oder dem Gewöhnungsfaktor. Geben wir die Hoffnung nach Frieden niemals auf", appellierte Heße.

Mehr zu Ukraine 2. Jahrestag im Ukraine-Krieg EKD spricht sich für Friedensvermittlungen aus Käßmann zu Jahrestag "Nicht alle Ukrainer wollen an der Front kämpfen"Weil sie Waffenlieferungen in die Ukraine ablehnt, muss Margot Käßmann bis heute viel Gegenwind aushalten. Auch innerhalb der Kirche wurde die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche scharf angegriffen.   Beten Frieden Gottendienst Kirsten Fehrs

Sachsen-Anhalt startet Testlauf für Bezahlkarte

24. Februar 2024 - 12:09
Sachsen-Anhalt startet Testlauf für Bezahlkarte evde_m_admin Sa., 24.02.2024 - 12:09

Magdeburg (epd). In Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg soll im März ein Testlauf für die Einführung einer Bezahlkarte für Asylbewerber starten. Der Test solle zunächst mit 1.000 Bezahlkarten beginnen, teilte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) am Samstag in Magdeburg mit. „Die dabei gewonnenen praktischen Erfahrungen werden dem Land und allen Landkreisen und kreisfreien Städten bei der landesweiten Einführung der Bezahlkarte zugutekommen“, fügte die Ministerin hinzu.

Bei dem Testlauf werden nach den Worten der Innenministerin die für die Bezahlkarte bundesweit einheitlichen Mindeststandards zugrunde gelegt. Demnach wird die Bargeldfunktion der Bezahlkarte auf 50 Euro begrenzt.

Sachsen-Anhalt bereite sich schon jetzt parallel zum bundesweiten Ausschreibungsverfahren auf die Einführung der Bezahlkarte vor, sagte Zieschang. Mit der Ausschreibung soll bis zum Sommer ein Dienstleister für das Verfahren gefunden werden.

Bund und Länder hatten im November vereinbart, dass eine möglichst einheitliche Bezahlkarte für Flüchtlinge eingeführt werden soll. Der Bund hatte dabei zugesagt, Gesetze zu ändern, wenn dies notwendig ist. Darüber gibt es nun unterschiedliche Auffassungen.

Die Länder dringen auf Änderungen im Asylbewerbergesetz. Sie wollen, dass künftig die Bezahlkarte ausdrücklich im Gesetz genannt wird, gleichzeitig aber auch Regelungen, die die Ausgabe der beschränkenden Karte an diejenigen ermöglicht, die heute bevorzugt Geldleistungen erhalten, etwa Menschen, die außerhalb von Gemeinschaftsunterkünften oder schon lange in Deutschland leben. Die Grünen halten eine Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes nicht für notwendig, weil einzelne Kommunen bereits heute eine Bezahlkarte nutzen.

Vizepräsident lobt "The Zone of Interest"

24. Februar 2024 - 12:00
Vizepräsident lobt "The Zone of Interest" GEPCORE_EVDE_SYNC Sa., 24.02.2024 - 12:00 epd, Leonine Szenenbild aus dem Kinofilm "The Zone of interest". Auschwitz-Komitee Als einen in der gegenwärtigen politischen Landschaft "unendlich wichtigen Film" hat der Geschäftsführende Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, "The Zone of Interest" über den Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß und seine Familie bezeichnet. Hauptdarstellerin Sandra Hüller sieht in dieser Darstellung eine Warnung für die Gegenwart.

Wenige Tage vor dem Kino-Start in Deutschland am 29. Februar sagte Heubner dem Evangelischen Pressedienst (epd), der Film zeige schonungslos, in welche Abgründe die Ideologie des Faschismus führe, "die zurzeit vielen wieder attraktiv erscheint zur Lösung ihrer Probleme". Hauptdarstellerin Sandra Hüller hat den Film "The Zone of Interest" als "eine Warnung an alle" bezeichnet. Die am Donnerstag in den deutschen Kinos anlaufende Produktion über den Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß und dessen Familie sei "kein historischer Film, sondern einer über die Gegenwart, in dem wir uns sehen können", sagte Hüller der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Faschismus sei nichts, "was plötzlich auftaucht oder nur bestimmte Leute haben wie eine Krankheit". "Der Impuls, die Welt zu vereinfachen, einzuteilen in 'wertig' und 'unwert', sich zu erhöhen, ist in uns Menschen drin. Dem muss man sich aktiv entgegenstellen, das bedeutet tägliche Aufmerksamkeit. Und Arbeit", sagte die 45-Jährige, die am Freitag mit dem französischen Filmpreis "César" ausgezeichnet wurde und zudem für ihre schauspielerische Leistung im Drama "Anatomie eines Falls" für einen Oscar nominiert ist.

"The Zone of Interest" des britischen Regisseurs Jonathan Glazer handelt von dem scheinbar normalen Privat- und Familienleben von Rudolf und Hedwig Höß, dargestellt von Christian Friedel und Sandra Hüller, das sich unmittelbar angrenzend an das Konzentrations- und Vernichtungslager abspielt und die Taten, die Höß dort befiehlt, vollkommen ausblendet. "Der Film wird es den Deutschen nicht leicht machen, denn sie müssen sich damit konfrontieren, wie viele Menschen als Teil der Ideologie funktioniert haben und ihre Taten und die Erinnerungen daran danach abgeschüttelt haben wie ein Hund das Wasser im Fell", sagte Heubner.

In Auschwitz wurden zwischen 1940 und Januar 1945 etwa eineinhalb Millionen Menschen, die meisten Jüdinnen und Juden, im Gas getötet, zu medizinischen Versuchen missbraucht oder in Zwangsarbeit gefoltert. Die Taten sind im Oscar-nominierten Film nur über Geräusche präsent. "Es wird eine bürgerlich-entsetzliche Idylle gezeigt", sagte Heubner. Sie führe vor, wie leicht Menschen in "falsch verstandener Vaterlandsliebe" ihre eigenen Verbrechen ausblenden könnten.

Mehr zu Film Berlinale 2024 Kino mit gesellschaftlichem Anspruch Podcast Vier Augen für ein Halleluja Jetzt wird's preisverdächtigAußer um Filmempfehlungen geht es diesmal auch darum, wie es ist, ein Filmfestival zu organisieren. Auschwitz epd film Holocaust

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